campino echo


Seit der Echo-Verleihung 2018 herrschte großes Chaos um den einst so beliebten Award. Nachdem einige Künstler ihre bereits gewonnenen Trophäen aus den vergangenen Jahren zurückgaben, wurden auch die Stimmen im Netz lauter. Grund dafür war die Auszeichnung in der Kategorie „HipHop/Urban National“  für die Rapper Kollegah und Farid Bang mit ihrem Erfolgsalbum „JBG 3“, das sowohl frauenfeindliche als auch gewaltverherrlichende und antisemitische Aussagen enthält. Für einen Großteil der deutschen Künstler war die Entscheidung solche Art von Texten zu küren nicht vertretbar und unangemessen. Was darauf folgte war eine Protestwelle im Netz gegen die Rapper und auch gegen den Echo selber. Kollegah und Farid Bang wurden außerdem wegen Volksverhetzung angezeigt.

Nun kommt die Reaktion des Bundesverbandes Musikindustrie. In einem öffentlichen Statement wird bekanntgegeben, dass der Vorstand in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen habe, den Echo nicht mehr stattfinden zu lassen. Trotz, dass der Award viele Jahre als großartiger Preis und zentrales Branchenevent galt, löste der Skandal eine Debatte aus, die den Echo in Verruf zog und den Namen beschädigte. Man wolle nicht, dass der Preis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde und Fehler dieser Art in Zukunft vermeiden.

Fest steht für den Vorstand außerdem, dass Deutschland als drittgrößter Musikmarkt weltweit, wieder eine Auszeichnung dieser Größe brauche, wenn es den Echo nicht mehr gibt. Die bisherigen Gremien werden aufgelöst, die Kriterien für Preisträger und Nominierte von Grund auf verändert und die Jury in den Vordergrund gerückt. Das betrifft nicht nur den allgemeinen Echo, sondern auch den Echo Klassik und Echo Jazz, die alle unabhängig voneinander einen Neuanfang starten werden. Dafür werde sich Zeit genommen und um auf die Anforderungen und Wünsche der Künstler und Teilnehmer einzugehen, gibt es im Juni Workshops.

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