Laut dem Jahresbericht des BVMI (Bundesverband Musikindustrie), verzeichnete die deutsche Musikbranche 2020 trotz den Auswirkungen der Pandemie eine Umsatzsteigerung. So beliefen sich die Erlöse aus Tonträgerverkäufen und den Einnahmen aus dem Streaming-Geschäft auf 1,79 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 9 Prozent. Knapp Dreiviertel des Umsatzes stammten aus online stattfindender Musiknutzung. 2019 hatte Streaming einen Marktanteil von 55,5 Prozent. Mit einer Zunahme von 24,6 Prozent kommt der Streaming-Sektor auf einen Anteil von insgesamt 63,4 Prozent des Gesamtmarkts. Gegensätzlich dazu, steht die CD, die unter den geschlossenen Geschäften gelitten hat und trotzdem mit 21,6 Prozent Umsatzanteil das zweitstärkste Format des deutschen Musikmarkts bleibt. Darauf folgend kommt Vinyl, wenn auch mit einem deutlichen Abstand, auf dem dritten Platz – erstmals wieder seit vielen Jahren. Die Schallplatte boomt und kommt nach einem weiteren Plus von 24,7 Prozent auf einen Gesamtmarktanteil von 5,5 Prozent. Auf dem letzten Platz finden sich mit einem Marktanteil von 4,2 Prozent sämtliche Download-Formate.

Auch wenn die physischen Tonträger-Verkäufe insgesamt um 20,4 Prozent abgenommen haben, ist Vinyl trotz der zahlreichen Nachteile, die das Format mit sich bringt, immer noch sehr präsent und konnte mit dem Hype die stark sinkenden Verkäufe von physischen Tonträgern insgesamt abmildern.

Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI: „Es bestätigt sich, was sich schon im Sommer abgezeichnet hat: Die gute Digitalaufstellung unserer Mitgliedsfirmen über die vergangenen Jahre führt dazu, dass unsere Branche am Gesamtumsatz gemessen aktuell gut durch die Krise kommt – mehr noch, durch die pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben sich die Fans nolens volens zunehmend im digitalen Raum mit Musik versorgt, was uns ein Gesamtwachstum von 9 Prozent beschert hat. Das ist ohne jeden Zweifel erstmal eine sehr gute Nachricht. Sie darf jedoch über zwei Dinge keinesfalls hinwegtäuschen: Zum einen sind die Künstler*innen und unsere Schwesterbranchen, allen voran das Live-Geschäft, bekanntlich in dramatischem Ausmaß von den Lockdowns betroffen und die Spätfolgen der Konzertausfälle innerhalb unserer eng verzahnten Branchenwelt noch nicht absehbar.“

 

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Quelle: Bundesverband Musikindustrie e.V. GfK Entertainment