NAIVES

N-A-I-V-E-S – Die Kopplung aus Zukunft & Vergangenheit


Mit ihren ersten Singles „W.I.G.O.“ und „Fashion Pineapple“ schafften es die Engländer Marc Jacc und LApo Frost durch abwechslungsreiche Synthies und Big-Beat-Drum-Sound bereits auf die Playlisten von Radiosendern wie BBC London, BBC 6 Music oder Capital FM. N-A-I-V-E-S spielten bereits im Vorprogramm von Friendly Fires, Mystery Jets, Slow Magic und Bloc Party. Am 27.01.2017 erschien auf La Peau Records ihr selbstbetiteltes Debütalbum.

Formiert hat sich das Duo Ende 2012, als Marc mit seiner alten Band in einem Pariser Szene-Club spielte und dort auf den DJ LApo Frost stieß. Die beiden verstanden sich gleich blendend und teilten auch das Interesse an der Kunst des französischen Malers Henri Rosseau. „Ein paar Monate später ist Marc nach London gezogen, wo ich bereits gewohnt habe. Kurze Zeit später sind wir regelmäßig zusammen ins Studio gegangen und hatten Spaß mit synkopischen Rhythmen, afrikanischen Beats und wilden Tier-Samples. Wir jammten einfach herum und unsere Verbindung war nicht nur musikalischer Natur, sondern auch figurativ. Die tropische Waldleinwand von Henri Rosseau hat es uns beiden angetan. Dort wird ein Dschungel sehr spontan und auf eine ,naive’ Art und Weise dargestellt, ohne die üblichen Techniken zu benutzen oder überhaupt zu wissen, wie es dort in Wirklichkeit aussieht. Das fanden wir so interessant, dass wir beschlossen, diese Haltung auf unsere Musik zu projizieren. So entstand auch unser Name“, erzählt LApo. Die Produktion des Albums dauerte nach eigenen Angaben recht lange, wurden dabei doch verschiedene Prozesse und Ansätze verfolgt. „Wir haben in mehreren Studios und somit mit einigen Aufnahmesystemen gearbeitet. Es war ein großes Puzzle voller Farben und Emotionen. Wir haben uns von Teil zu Teil gearbeitet und geschaut, ob das Gesamtbild für uns einen Sinn ergibt. Die Herausforderung bestand darin, diesem Konzept eine verlässliche Popstruktur zu geben. Ich hoffe, wir haben es geschafft.“ Mal haben sie mit einem Beat gestartet, mal mit Schnipseln aus ihren Live-Sessions. Auch aus Ambient-Aufnahmen verwerteten sie einiges. „Auf ,No Way’ ist beispielsweise eine Tuk-Tuk-Hupe zu hören, die Mark in Indien aufgenommen hat.“

Es wurde Lo-Fi- und Hi-Fi-Material mit organischen Sounds kombiniert, um dem Hörer so ein „vertikales“ Ergebnis zu bieten. Insgesamt wurden über 50 Songs in Eigenregie geschrieben, produziert und gemastert. Auf das Album geschafft haben es nur die experimentellsten. „Wir arbeiten sehr intuitiv mit Ableton und mögen es, so viele Instrumente wie möglich zu benutzen. Keyboards, Synths, Bass, Drum-Machines, Pads und mehr. Während Marc eher den künstlerischen Part übernimmt, bin ich eher der, der sich um den technischen Part kümmert.“ Ihr Sound erinnert sehr an Phoenix, Christal Fighters oder auch Hot Chip. „Wir mögen Musik, die irgendwo zwischen Elektronischem und ,Gespieltem’ liegt. Musik, die zwischen Zukunft und Vergangenheit kategorisiert werden kann und dabei nicht altert, sondern zu jedem Zeitpunkt gehört werden kann.“ Zu „Crystal Clear“, ihrer ersten Single-Auskopplung, wurde ein Video in Costa Rica gedreht. Remixe wird es von Is Tropical, Severino und JBagg geben. Aktuell bereiten sie ihre Europa-Tour vor, die sie neben Bristol, London, Paris, Barcelona und Mailand auch nach Hamburg bringen wird. „Wir werden am 30. März im Molotow spielen. Wir waren noch nie dort und können es kaum erwarten.“

Aus dem FAZEmag 060/02.2017
Text: Triple P
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