Nach Insolvenz: Wiener Techno-Club zerstört – Schaden im sechsstelligen Bereich

Im Wiener Techno-Club Pratersauna ist es zu umfangreichen Sachbeschädigungen gekommen. Wie die Landespolizeidirektion Wien bestätigte, wurde bereits am 30. Januar 2026 Anzeige wegen Vandalismus erstattet. Der entstandene Schaden wird derzeit auf einen sechsstelligen Euro-Betrag geschätzt. Ein Sprecher der zuletzt eingemieteten Firma sprach gegenüber Medien von einem „anarchistischen Zustand“.

Die Vorfälle fallen in eine Phase massiver wirtschaftlicher und rechtlicher Turbulenzen rund um die Pratersauna. Der Clubbetrieb war bereits Mitte Dezember 2025 eingestellt worden. Auslöser waren unter anderem die vorübergehende Festnahme des damaligen Mieters Martin Ho sowie der anschließende Abzug von geliehenem Ton- und Licht-Equipment durch feministische Kollektive.

Hinzu kommt ein komplexer Rechtsstreit zwischen Eigentümerin, Mieterin und Pächter der Immobilie. Aufgrund von Zahlungsstreitigkeiten meldete die Betreibergesellschaft Prater Nostra GmbH am 21. Januar 2026 Insolvenz an. Auch über ein weiteres, Martin Ho zugeordnetes Unternehmen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Laut Loop Rituals und weiteren Medien seien bei der Zerstörung signifikante Schäden im Innen- und Außenbereich des Clubs entstanden. Betroffen sind offenbar Möbelstücke, Bodenbeläge, Glasfronten und verbaute Installationen. Ein konkreter Tatverdacht liegt laut Polizei noch nicht vor.

Mit der Pratersauna verliert Wien eine prägende Institution seines Nachtlebens. Das Gebäude wurde 1965 als Sauna errichtet und ab 2009 zu einem Club umgebaut. In den 2010er-Jahren erlangte die Location mit ihrem Fokus auf Techno und House sowie dem markanten Gartenpool internationale Bekanntheit.

Bildmaterial, das die Zerstörung dokumentiert, findet ihr bei unseren Kollegen von Loop Rituals.

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