
Dubstep-Produzent Trampa adressiert schwere Vorwürfe, macht seine psychische Gesundheit öffentlich & dementiert ein Comeback.
Trampa, bürgerlich Rikki Moore, galt in den 2010er-Jahren als prägende Figur des Dubstep. Mit Releases wie der „Consciousness“-EP und Tracks wie „Black Hole“ oder „Rocket Fuel“ sowie Kollaborationen mit SKisM und Excision prägte er den basslastigen Sound der Szene.
Um 2020 geriet der Brite in den Fokus von Kontroversen. In Online-Diskussionen wurden Vorwürfe laut, er habe in Shanghai seine Fotografin angegriffen und sogar versucht sie zu vergewaltigen. Trampa zog sich daraufhin aus der Öffentlichkeit zurück und verschwand von Social Media, ohne sich zu äußern.
Nun hat sich der Künstler in einem ausführlichen Statement erstmals selbst zu den Anschuldigungen geäußert. Darin bezieht er sich auf einen Tweet aus dem Dezember 2021: „Ich möchte klarstellen: Ich weise die Anschuldigung zurück.“
Weiter führt er aus, er habe die Frau „in keiner Weise angegriffen.“ Er verweist darauf, dass es nach dem mutmaßlichen Vorfall weiterhin Kontakt gegeben habe und zeigt sich überrascht über die späteren Anschuldigungen.
Zugleich bedankt er sich bei SKisM, der öffentlich Stellung bezogen habe: „Skism hat sich für mich in die Schusslinie begeben, indem er den zeitlichen Ablauf und die Fakten der Situation offengelegt hat. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.“
Ein zentraler Punkt seines Statements ist die Erklärung für sein langes Schweigen. „Die Wahrheit ist, dass ich schon vor all dem psychisch zu kämpfen hatte“, schreibt Trampa und beschreibt die Belastung durch Reisen, Druck und Angst.
Als die Vorwürfe öffentlich wurden, habe ihm die Kraft gefehlt, darauf zu reagieren: „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht die Kraft, öffentlich zu kämpfen.“ Gleichzeitig sei er bereits aus Line-ups gestrichen worden, noch bevor er Stellung beziehen konnte.
Auch persönliche Gründe spielten eine Rolle. „Ich fühlte mich wie gelähmt – ich musste mich entscheiden, ob ich versuchen sollte, meine Karriere zu retten, oder meine Familie zu schützen“, erklärt er und betont, sich für seine Familie entschieden zu haben.
Die Zeit danach beschreibt er als von Angstzuständen und Depressionen geprägt, weshalb er schließlich professionelle Hilfe in Anspruch nahm. „Mit der Zeit und dank Medikamenten begann ich mich zu erholen“, schreibt er.
Heute gehe es ihm besser, dennoch habe er vier Jahre lang vermieden, öffentlich über die Ereignisse zu sprechen. „Das kann ich nicht mehr“, erklärt er und sieht die Stellungnahme als notwendigen Schritt, um mit der Vergangenheit abzuschließen.
Ein baldiges Comeback scheint vorerst aber ausgeschlossen. „Ich weiß nicht, ob ich jemals zur Musik zurückkehren werde“, so der Produzent, der sich bei seinen Unterstützern für die gemeinsame Zeit bedankte.
Support aus seinem Kollegen-Umfeld ist ihm nach wie vor sicher. „Ich bin so stolz auf dich, mir kommen jetzt gerade Tränen“ schreibt SKisM in den Kommentaren. Modestep und Eptic betonten, sie seien froh, dass er endlich über das Thema spreche.
Downlink übt sogar ein wenig Selbstkritik: „Es hat mich immer geärgert, dass ich damals bei dem Konzert in Shanghai mit dir dort war. Ich hätte etwas sagen oder für dich einstehen sollen, aber ich habe mich nie zu Wort gemeldet, weil ich das Gefühl hatte, dass mir das nicht zustand, und ich die ganzen Umstände nicht kannte.“
„Du warst immer einer der authentischsten“, schreibt Bear Grillz. „Nichts als Respekt für Dich und Deine Entscheidung, die Familie zu beschützen.“ „Du bist ein Pionier“, schreibt Getter. „Ich liebe Dich, Bruder.“
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