17-Jährige auf Heimweg ermordet – Amsterdamer Clubs starten Kampagne für sicheres Nachtleben

Nach Mord an 17-Jähriger – niederländische Kampagne fordert sicheres Nachtleben. Foto-Quelle: Pexels. Credit: Samuel Tadesse

Nicht nur in den Niederlanden sorgte der Tod einer ermordeten 17-Jährigen auf dem nächtlichen Weg nach Hause von einer Feier für Entsetzen. Auch zahlreiche deutsche Medien griffen das Thema auf. Jetzt wurde eine großflächige Kampagne mit Spendengeldern gestartet.

Am 20. August befand sich die 17-jährige Lisa mit dem Fahrrad auf dem Heimweg nach einer Party in Amsterdam – doch dort sollte sie nie ankommen. Sie wurde erstochen. Ein Tatverdächtiger 22-Jähriger wurde von der Polizei festgenommen. Die Tat erschütterte das ganze Land und löste eine gesellschaftliche Debatte aus.

Jetzt starteten mehrere Locations und Akteure verschiedene Initiativen, die die Debatte aufgreifen und politische Konsequenzen fordern.

Ein breites Bündnis aus Amsterdamer Clubs – darunter Radio Radio, Chin Chin Club oder auch Garage Noord fordern ein „Recht auf die Nacht“ unter dem Hashtag #rechtopdenacht. Die Veranstalter via Instagram: „Von der Tanzfläche bis ins Bett zu Hause – wir fordern eine sichere Nacht für alle Besucher!“

Außerdem riefen der Nachtbürgermeister Amsterdams, Freek Wallagh, sowie die Amsterdam Club Consultation (OAC) die Kampagne Claim the Night ins Leben. Diese richtet sich vor allem gegen Gewalt an Frauen. Am Dienstagabend wurden dazu ab 22 Uhr zahlreiche Locations in der niederländischen Hauptstadt in Orange angeleuchtet – was auch die Farbe der UN-Initiative Orange the World ist, die sich für eine gewaltfreie Zukunft und den Schutz von weiblichen Personen einsetzt.

Darüber hinaus läuft eine weitflächige Crowdfunding-Kampagne, zu der bereits knapp 510 000 Euro gesammelt wurden. Das Spendenziel liegt bei 530 000 Euro. Als Teil der Aktion wurden in niederländischen Städten Plakate mit der Botschaft „Wir beanspruchen die Nacht – lasst Frauen sicher nach Hause kommen“ positioniert, die für Awareness gegenüber dem Thema sorgen sollen.

Die Solidarität der Amsterdamer Clubszene unterstreicht, dass das Nachtleben mehr sein soll als nur Feiern – es steht für Freiheit, Gemeinschaft und Vielfalt. Diese Werte können jedoch nur bestehen, wenn alle sicher nach Hause kommen.

Hier geht es zur Spendenkampagne.

Quellen: Groove, N-TV, Welt

Auch interessant:

Wien fördert legale, unkommerzielle Raves auf Donauinsel

Schwangere Frau sucht Kindsvater nach Club-Besuch

Berlin: Rave-Demo gegen Eröffnung von weiterem A100-Abschnitt