
Nach fast neun Jahren endet die Geschichte des Berliner Kulturorts arkaoda. Die Betreiber haben angekündigt, den Betrieb Ende August einzustellen. Gleichzeitig suchen sie nach Interessenten, die die Räume übernehmen und die Geschichte des Veranstaltungsortes „in irgendeiner Form“ weiterführen möchten.
Bereits in der Vergangenheit musste der Club immer wieder Mal um seine Existenz bangen. So musste 2024 das Untergeschoss, in dem ein Großteil der Konzerte und Clubveranstaltungen stattfand, für zwei Monate geschlossen bleiben, um „notwendige Reparaturen“ nach Lärmbeschwerden durchzuführen.
Ursprünglich sollte die Schließung nur zwei Monate dauern, um Reparaturen und Schallschutzmaßnahmen umzusetzen. Tatsächlich blieb der Bereich jedoch fast ein Jahr lang geschlossen.
Währenddessen versuchte das Team, den Betrieb mit Veranstaltungen im Obergeschoss, Pop-up-Formaten, Spenden und dem Barbetrieb aufrechtzuerhalten. Erst Ende März 2025 konnte das Untergeschoss wieder öffnen. Zu den ersten Veranstaltungen nach der langen Pause zählten unter anderem Partys mit African Acid Is The Future und Refuge Worldwide.
Als Hauptgrund für das Ende nennt das Team nun persönliche Veränderungen innerhalb des Gründungskreises. Bereits während der vorübergehenden Schließung hätten sich die Lebenswege der Beteiligten zunehmend auseinanderentwickelt.
Nun sei der Zeitpunkt gekommen, das gemeinsame Projekt zu beenden und sich neuen Aufgaben zuzuwenden. „Wir sind natürlich äußerst traurig über diese Nachricht”, heißt es in dem veröffentlichten Statement.
Gleichzeitig bedankt sich das Team bei Künstlern, DJs, Kollektiven, Veranstaltern und Gästen, die den Ort in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt hätten. Das arkaoda am Karl-Marx-Platz in Berlin-Neukölln feierte im Januar 2018 als Schwesterprojekt des gleichnamigen Kulturortes in Istanbul seine Eröffnung (FAZEmag berichtete).
Das Konzept verband Bar, Club, Konzertbühne und kulturellen Treffpunkt miteinander. Zum Programm gehörten experimentelle Live-Musik, elektronische Clubnächte, Performances und Veranstaltungen verschiedener Berliner Kollektive.
Trotz der Schwierigkeiten sei es gelungen, einen sicheren und inklusiven Ort aufzubauen. Nach Angaben der Betreiber seien dafür über Jahre hinweg erhebliche finanzielle Mittel sowie viel Zeit und Energie investiert worden. Auch die notwendigen Genehmigungen hätten einen großen Aufwand bedeutet.
Der August steht nun ganz im Zeichen des Abschieds. Geplant ist ein besonderes Abschlussprogramm mit Musik, gemeinsamen Veranstaltungen, Kollaborationen und vielen Künstlern sowie Kollektiven, die das arkaoda in den vergangenen Jahren begleitet haben.
„Der August ist unser letzter Monat, und wir möchten, dass er uns in guter Erinnerung bleibt”, schreiben die Betreiber. Das vollständige Programm soll noch veröffentlicht werden. Ob der Club nach Ende August unter neuer Leitung fortgeführt wird, ist derzeit noch ungewiss.
Zu den angekündigten Acts für die letzten Wochen zählen bislang DJ Life, Maara, MADAKYA und Emanuele Barilli. Außerdem sind ein Back-to-Back-Set von Cousin und DJ Fart in the Club sowie weitere Veranstaltungen bis zum endgültigen Abschied geplant.
Die eigene Community nimmt die Nachricht mit Bedauern auf. „Das ist niederschmetternd. Gibt es keine Möglichkeit für gemeinschaftliches Eigentum?“, fragt ein User auf Instagram. DJ Pichula schreibt: „Dieser Ort hat mein Leben verändert, danke euch für alles.“
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Quelle: Groove
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