Neue Dokumentation über den Ausverkauf der Festival-Branche

ARTE widmet sich in einer neuen Folge von „Tracks“ der zunehmenden Konzentration im europäischen Festivalmarkt. Unter dem Titel „Festivals in Konzernhand – wem gehört die Kultur?“ beleuchtet die Sendung, wie stark große Unternehmensgruppen inzwischen in Club- und Festivalkultur eingebunden sind.

Im Mittelpunkt stehen vier Konzerne: Live Nation, CTS Eventim, AEG und Superstruct. Gemeinsam kontrollieren sie laut Beitrag mehr als 150 Festivals und über 100 Venues in Europa. Damit geht es längst nicht mehr nur um einzelne Großveranstaltungen, sondern um ganze Wertschöpfungsketten aus Booking, Ticketing, Spielstätten und Festivalmarken.

Besonders sichtbar wurde die Debatte 2024 durch die Übernahme von Superstruct durch die Investmentfirma KKR. Zum Portfolio gehören unter anderem Sónar Barcelona, Wacken und Boiler Room. Mehr als 80 Künstlerinnen und Künstler unterstützten damals einen offenen Brief und kritisierten unter anderem KKR-Investitionen in die Rüstungsindustrie. Beim Sónar kam es infolgedessen zu Boykottaufrufen und Absagen.

„Tracks“ lässt mehrere Stimmen aus der Szene zu Wort kommen. Michail Stangl, Kurator des CTM Festivals, warnt vor einer schleichenden Vereinheitlichung des Marktes. Erica Romero Pender vom Netzwerk Live DMA erklärt, wie Konzerne durch ihre Kontrolle über verschiedene Bereiche der Veranstaltungsbranche Einfluss auf Vielfalt und Ticketpreise nehmen können. DJ Aya spricht darüber, warum sie aus Solidarität einen Boiler-Room-Auftritt absagte, aber weiterhin beim Sónar spielt.

Den Videobeitrag könnt ihr hier schauen.

Foto: Awakenings

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