
Monkey Dust breitet sich in der Berliner Drogenszene aus. Im Kontaktcafé Bülow-Eck des Drogennotdienstes wurde die Substanz Anfang 2025 erstmals wahrgenommen.
Im Spätsommer stieg dort die Nachfrage nach Metallpfeifen, die zum Rauchen von Monkey Dust verwendet werden. Die Droge gehört zu den synthetischen Cathinonen, die auch als „Badesalz“ oder neue psychoaktive Stoffe bezeichnet werden.
Sie wirken euphorisierend und aufputschend und können zudem die sexuelle Lust steigern. Deshalb ist Monkey Dust auch in der Chemsexszene verbreitet. Eine Pfeife mit Monkey Dust kostet auf der Straße laut taz etwa zehn Euro.
Weil der feine Staub meist geraucht wird, setzt die Wirkung unmittelbar ein. Das erste High hält demnach etwa 20 bis 30 Minuten an. Anschließend können Entzugserscheinungen und der Wunsch nach weiterem Konsum einsetzen.
Antonia Bendau von der Berliner Charité warnt vor den geringen Kenntnissen über die Substanzgruppe. Unter dem Namen Monkey Dust würden verschiedene Stoffe verkauft, darunter MDPV, MDPHP, Alpha-PHP, Alpha-PiHP und Alpha-PVP. Insgesamt gebe es inzwischen mehr als 200 verschiedene synthetische Cathinone.
Wie Bendau erklärt, unterscheiden sich die einzelnen Substanzen teilweise deutlich in Wirkung und Risiko. Erste Befunde aus Zellstudien deuteten zudem darauf hin, dass die Effekte auf das Dopaminsystem 50- bis 100-mal stärker sein könnten als bei Kokain. Dies könne zum hohen Abhängigkeitspotenzial beitragen.
Besonders auffällig sind laut taz die psychischen Folgen. Konsumierende berichten von Paranoia, Angstzuständen, Panikattacken und Wahnerleben. Auch körperlich kann die Droge gefährlich werden: Erhöhter Puls und Blutdruck, hohe Körpertemperatur, Krampfanfälle, Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen sind mögliche Folgen.
Hinzu kommt das Konsummuster. Viele Betroffene bleiben mehrere Tage wach und vernachlässigen Essen und Trinken. Im Bülow-Eck beobachtet Sozialarbeiter Julian Diederich deshalb einen zunehmenden körperlichen Verfall. Auch die Aggressivität und Gewalt unter den Klienten habe zugenommen.
Monkey Dust ist dabei nicht ausschließlich in Berlin verbreitet. In Göttingen gibt es seit einigen Jahren eine Szene, in der die Substanz „Flex“ genannt wird. Bendau vermutet, dass dort zeitweise nicht verfügbare andere Drogen die Verbreitung begünstigt haben.
Die Entwicklung nahm laut Bendau während der Coronapandemie an Fahrt auf. Weil andere Drogen schwerer nach Europa gelangten, könnten synthetische Cathinone entstandene Engpässe ausgeglichen haben. Hinzu kam, dass einige Varianten in Nachbarländern zunächst nicht verboten waren.
Deutschland reagierte bereits 2016 mit dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Damit können ganze Wirkstoffgruppen verboten werden. Eine geringfügige Veränderung der Molekülstruktur führt dadurch nicht automatisch dazu, dass eine neue Variante legal wird.
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Quelle: taz
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