Bundestag Berlin – Bild von Jürgen Matern


Um die Reaktivierung des kulturellen Lebens in Deutschland zu fördern, hat die deutsche Bundesregierung ein gigantisches Rettungs- und Zukunftsprogramm ins Leben gerufen. Laut der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, soll die Finanzspritze insbesondere privaten Kultureinrichtungen injiziert werden, damit diese so schnell wie möglich wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen können. Auch die Musikbranche profitiert davon und wird mit 150 Millionen Euro unterstützt.

Um das durch die Corona-Krise in Schockstarre versetzte kulturelle Leben in Deutschland wieder anzukurbeln, fließe demnach eine riesige Summe in Höhe von einer Milliarde Euro in das Programm NEUSTART KULTUR. Grütters betont, dass das Hauptaugenmerk auf dem Erhalt und der Sicherung der kulturellen Infrastruktur liege. „Mit zusätzlich einer Milliarde Euro unterstützen wir den Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland und stellen die Weichen auf Zukunft. Mit Stolz sage ich: Das ist ziemlich genau die Hälfte unseres Jahreshaushalts, der ja ohnehin in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen ist“, ließ die Politikerin der CDU verlauten.

Die zur Verfügung gestellten Mittel sind für verschiedene Maßnahmen vorgesehen:

1. Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen (250 Millionen Euro): Hiermit sollen Kultureinrichtungen für die Wiedereröffnung gerüstet werden. Dies beinhaltet unter anderem Hygienekonzepte, Online-Ticketing-Systeme oder Modernisierungen von Belüftungssysteme.

2. Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und Nothilfen (450 Millionen Euro): Der Großteil des Gesamtbetrages fließt in kleine und mittlere, privatwirtschaftlich finanzierte Kulturstätten- und Projekte. Künstler sollen ihre Arbeit wieder aufnehmen können und neue Aufträge sollen an freiberuflich Tätige und Solo-Selbstständige vergeben werden. Die Summe von 450 Millionen Euro verteilt sich demnach auf verschiedene Gruppen:

  • Musikbranche (Livemusikstätten, -Festivals, – Veranstalter und -Vermittler (150 Millionen Euro)
  • Theater und Tanz (150 Millionen Euro)
  • Filmbereich (120 Millionen Euro)
  • andere Bereiche wie die Bücher- und Verlagsszene (30 Millionen Euro)

3. Förderung alternativer, auch digitaler Angebote (150 Millionen Euro): Dies betrifft vor allem die neue Digitalisierungsoffensive, die der Vermittlung, Vernetzung und Verständigung im Kulturbereich dienen soll.

4. Unterstützung bundesgeförderter Kultureinrichtungen- und Projekte (100 Millionen Euro): 100 Millionen Euro fließen in regelmäßig geförderte Kultureinrichtung für die Kompensation von coronabedingten Einnahmeausfällen und Mehrausgaben.

Weitere 20 Millionen Euro fließen zudem an private Hörfunkveranstalter, so dass das Rettungspaket auf eine Gesamtsumme von 970 Millionen Euro kommt.

Wie wichtig die deutsche Kulturlandschaft sei, betont Grütters noch einmal deutlich: “Wir wollen unsere einzigartige Kulturlandschaft retten und den Künstlerinnen und Künstlern eine Perspektive geben. […] Mit NEUSTART KULTUR leisten wir in Kombination mit anderen milliardenschweren Hilfspaketen der Bundesregierung einen Beitrag, der international seinesgleichen sucht.”

Damit die Hilfestellung auch fruchtet, müssen nun “kreative Öffnungsstrategien und konkrete Öffnungsschritte” erfolgen, so die Staatsministerin für Kultur und Medien. Kultur sei außerdem kein Luxus, sondern ein notwendiges Gut, das gerade in Krisenzeiten eine enorm wichtige Rolle einnehme.

 

Quelle: Bundesregierung

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