
DJ Isaac und D-Block & S-Te-Fan gehören jeweils zu den etabliertesten und langjährig aktivsten Vertretern der Hardstyle-Szene der Niederlande. Gemeinsam haben die drei Künstler nun überraschend eine deutschsprachige Single veröffentlicht – die starke Einflüsse der aktuellen Hardtechno-Szene hat.
Während Isaac bereits in den 90er-Jahren die Gabber-Community aufmischte und später zum Hardstyle wechselte, sind D-Block & S-Te-Fan seit Mitte der 2000er fester Bestandteil der Harder Styles und feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum in der Branche. Nach wie vor tauchen beide Acts regelmäßig in den Line-ups der großen Festivals dieses Bereichs der elektronischen Musik auf.
Bereits in der Vergangenheit arbeiteten Diederik Bakker, Stefan den Daas und Roel Schutrups, so die bürgerlichen Namen der Auf-die-Fresse-DJs, für Musikproduktionen zusammen. So entstanden etwa Tracks wie „World Renowned“, „Harder State of Mind” oder auch “Slave To The Rave”.
Die aktuelle Single-Veröffentlichung der Dreier-Kombi fällt jedoch unerwartet aus der Reihe. Man merkt: der aktuelle Hype um Hardtechno und deutsche Vocals geht auch an der Hardstyle-Szene nicht vorbei. Während im Hardtechno immer öfters Hardstyle-Elemente verwendet werden, scheint es im Hardstyle genau andersherum zu laufen. Anscheinend möchte da jemand up-to-date bleiben … Warum auch nicht, wenn es doch ankommt?
Was niederländische Künstler wie Reinier Zonneveld („Der Club macht Liebe“) oder Maddix („Heute Nacht“) vormachten, übertragen D-Block, S-Te-Fan und DJ Isaac nun auf ihre eigene Art und Weise ins Musikgeschehen.
„Berlin“ wurde bereits auf dem größten Hardstyle-Festival, der Defqon.1, im Juni gespielt oder auch auf der Airbeat One. Jetzt wurde der Track veröffentlicht. Irgendwo handelt der Track von der deutschen Hauptstadt – im nächsten Moment aber auch wieder nicht.
Die Lyrics: „Am Wochendende tanzen wir / Auf Stoff, Schnapps und Melodien / Die ganze Nacht auf Dopamin / Amsterdam ist unser Berlin“.
Somit verleihen die Künstler die typischen Motive, die aktuell in härteren Tracks elektronischer Musik vorkommen, Ausdruck – Drogenverherrlichung, Berlin und Feiern. Auch wenn es sich eigentlich um eine Hymne über Amsterdam handelt, zeigt man damit doch, dass Berlin und deutscher Techno nach wie vor das Maß der Dinge sind: Im Musikvideo der Berliner Bär, auf dem Single-Artwork das Berghain.
Das Release beweist, dass der Hardtechno-Hype à la Klangkuenstler und co. auch auf weitere Sub-Szenen der elektronischen Musik und deren Inhalte übergreift und selbst vor seit Ewigkeiten etablierten Künstlern nicht Halt macht – mal schauen, was als nächstes verwurstelt wird.
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