NOISY Festival 2026

Foto: Jules Ebinal

Vom 28. bis 30. August findet das NOISY Festival erneut auf der Kaifläche des Cruise Center Altona statt. Mit Acts wie Nina Hepburn, Pan-Pot und Township Rebellion bietet das Open-Air-Event eine Mischung aus bekannten Namen und spannenden Newcomer:innen. Was das Festival besonders macht, ist sein urbanes Konzept: Statt abgelegener Festivalwiesen setzt NOISY auf den Hamburger Hafen als Bühne – mit Containerkränen, Kaiflächen und Blick auf die Elbe mit vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffen. Das Festival ins Leben gerufen haben Pascal Schubert und Julius von Schubert, die uns im Interview erzählen, wie es zum Noisy gekommen ist …

Das Noisy Festival findet auf der Kaifläche des Cruise Center Altona statt – mit Blick auf die Elbe und vorbeiziehenden Schiffen. Wie kam es zu dieser Location, und was macht sie für euch so besonders?

Pascal: Die Location haben wir tatsächlich eher zufällig entdeckt. Während der Corona-Zeit waren wir auf der Suche nach einer geeigneten Open-Air-Fläche und sind beim Joggen entlang der Elbe auf die Kaifläche am Cruise Center Altona gestoßen. Als wir dort standen, war uns eigentlich sofort klar: Genau hier könnte ein Festival funktionieren. Was diesen Ort so besonders macht, ist seine Atmosphäre. Direkt an der Elbe, mit vorbeiziehenden Container- und Kreuzfahrtschiffen und der Hamburger Hafenkulisse, entsteht ein Setting, das man so kaum ein zweites Mal findet. Gerade zum Sonnenuntergang entwickelt die Fläche eine ganz besondere Stimmung. Diese Verbindung aus urbanem Hafenflair, Wasser und elektronischer Musik ist für uns bis heute das Herzstück des Noisy Festivals.

Das Festival ist seit seiner Premiere 2022 kontinuierlich gewachsen. Was hat euch damals dazu bewogen, ein eigenes Festival in Hamburg zu gründen?

Julius: Noisy ist ursprünglich aus einer Partyreihe im Fundbureau entstanden – damals einer der angesagtesten Technoclubs unter der Sternbrücke. Mit Beginn der Pandemie kam das Clubleben jedoch von einem Tag auf den anderen zum Stillstand. Für uns war schnell klar, dass wir den Menschen, sobald es wieder möglich ist, einen Ort zum gemeinsamen Feiern zurückgeben möchten. 2021 konnten wir gemeinsam mit dem Bezirksamt Altona auf der Kaifläche des Cruise Centers einen ersten Testlauf unter den damals strengen Corona-Auflagen umsetzen. Das war zwar organisatorisch eine enorme Herausforderung, hat uns aber gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert. Als wir 2022 schließlich die erste offizielle Ausgabe des Noisy Festivals veranstaltet haben, war die Sehnsucht nach gemeinsamen Erlebnissen riesig. Die Dankbarkeit und Euphorie der Besucherinnen und Besucher waren von Anfang an spürbar und genau dieses Gefühl trägt das Festival bis heute.

Nach welchen Kriterien stellt ihr das Programm zusammen?

Pascal: Uns ist vor allem wichtig, unserem musikalischen Konzept treu zu bleiben. Seit Tag eins steht Noisy für melodischen, emotionalen Techno und House. Wir müssen nicht jedem Trend hinterherlaufen oder jedes Jahr härter werden. Uns geht es darum, einen Sound zu präsentieren, der zur Atmosphäre des Festivals passt – zur Kulisse an der Elbe, zum Sonnenuntergang und zu diesem besonderen Sommergefühl. Natürlich beobachten wir auch, welche Artists die Szene gerade prägen. Ein gutes Beispiel ist Massano. Wir haben ihn vergangenes Jahr in Barcelona live erlebt und waren sofort begeistert. Danach stand für uns schnell fest, dass wir ihn unbedingt nach Hamburg holen möchten. Umso mehr freuen wir uns, dass er in diesem Jahr unser Freitags-Headliner ist und – soweit wir wissen – seinen ersten Hamburg-Auftritt beim Noisy Festival spielt.

Foto: Jules Ebinal

Hamburg hat eine lebendige Clubszene – wo steht das Noisy Festival innerhalb dieser Szene, und wie wichtig ist die Unterstützung ebendieser Szene?

Julius: Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zur Hamburger Clubszene, sondern als Teil davon. Unsere Wurzeln liegen selbst im Clubkontext und viele Artists, Crews sowie Partner, mit denen wir heute zusammenarbeiten, kommen direkt aus Hamburg oder sind seit Jahren eng mit der Szene verbunden. Die Clubs sind das Fundament der elektronischen Musikkultur. Dort entstehen neue Ideen, Talente und Communities. Mit dem Noisy Festival möchten wir diese Kultur im Sommer unter freiem Himmel weiterführen und ihr eine zusätzliche Plattform geben. Die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen ist deshalb für uns selbstverständlich. Ein Sommer ohne Open Air oder Festival gehört für uns als Fans elektronischer Musik einfach nicht zu einem vollständigen Festivalsommer.

Wie lange seid ihr schon in der Hamburger Szene aktiv, wann ging es womit los?

Pascal: Unsere erste eigene Veranstaltung fand am 16. August 2019 im Fundbureau unter der Sternbrücke statt. Rückblickend war das der Startschuss für alles, was heute daraus entstanden ist. Das Fundbureau hat uns damals unglaublich familiär aufgenommen und uns als junge Veranstalter viel Vertrauen entgegengebracht. Wir konnten eigene Deko-Konzepte umsetzen, unseren Stil entwickeln und erste Erfahrungen sammeln. Die Resonanz war von Anfang an überwältigend – wir hatten direkt Einlassstopp und konnten schon früh eine treue Community aufbauen. Eine schöne Verbindung zu dieser Zeit gibt es bis heute: Die damalige Clubleitung ist inzwischen Teil unseres Teams und verantwortet seit der ersten Ausgabe des Noisy Festivals die Barleitung.

Ein Open-Air-Festival am Hafen bringt logistische und wetterbedingte Herausforderungen mit sich. Was waren bislang die größten Hürden, und wie seid ihr damit umgegangen?

Julius: Das Wetter gehört natürlich immer zu den Faktoren, die man nicht beeinflussen kann. Bislang hatten wir allerdings großes Glück: Abgesehen von ein paar kurzen Regenschauern, die wir mit Ponchos überbrücken konnten, hat uns die Sonne in den vergangenen Jahren eigentlich immer begleitet. Die deutlich größere Herausforderung ist jedoch die besondere Nutzung der Fläche. Die Kaifläche ist keine klassische Eventlocation, sondern wird im regulären Betrieb für die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen genutzt. Unser Zeitfenster für Auf- und Abbau ist deshalb sehr eng getaktet. 2021 wurden wir während des Abbaus sogar morgens kurzfristig informiert, dass noch am selben Tag ein Kreuzfahrtschiff anlegen würde. Innerhalb weniger Stunden mussten wir die komplette Fläche räumen – eine Situation, die uns organisatorisch alles abverlangt hat. Aus solchen Erfahrungen haben wir jedoch viel gelernt. Gemeinsam mit dem Hafenbetreiber konnten wir Prozesse und vertragliche Abläufe optimieren, sodass solche Überraschungen heute ausgeschlossen sind.

Wo seht ihr das Noisy Festival in fünf Jahren – bleibt es bewusst ein überschaubares Stadtfestival, oder habt ihr größere Ambitionen oder weitere Pläne?

Pascal: Wir sind in den vergangenen Jahren organisch gewachsen und genau diesen Weg möchten wir weitergehen. Natürlich beschäftigen wir uns damit, wie sich Noisy langfristig entwickeln kann. Die Kaifläche setzt uns bei Besucherzahlen und Genehmigungen zwar natürliche Grenzen, trotzdem gibt es viele spannende Ideen, wie sich das Konzept perspektivisch weiterentwickeln könnte.Viel wichtiger ist uns aber, dass es Noisy auch in fünf Jahren noch gibt. Gerade in der aktuellen Festivalszene kämpfen viele Veranstaltungen ums Überleben oder verschwinden ganz. Deshalb erfüllt es uns mit Stolz, dass sich Noisy inzwischen als fester Bestandteil der Hamburger Festivalszene etablieren konnte. Wir müssen nicht jedes Jahr neue Rekorde aufstellen. Lieber wachsen wir gesund und nachhaltig, bleiben unserem Konzept treu und schaffen Erlebnisse, auf die sich unsere Gäste jedes Jahr wieder freuen. Dass uns so viele Menschen seit Jahren die Treue halten, ist für uns alles andere als selbstverständlich.

28. – 30. August · Hamburg, Deutschland

Line-up: Massano, TH;EN, Pauli Pocket, Prismode & Solvane, Nina Hepburn, Bizzarro Universe, Nikiija, TOWNSHIP REBELLION, Super Flu, Konfusia, Einmusik, Julia Linkogel, Cøral Negrø, Bagalut, Tine Gessler, JUNO, AIO, Ele Luz, Mr.Maggio b2b Paradyme, Daisy, Darkmoon, PAN-POT, Roman Adam, VALI THUN, NO.MADS, Randali b2b Paluli, Demo, Lilli Gurung, Liquidum Sonus

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