Foto: Pascale Cholette


Oxia gehört zu den einflussreichsten und bekanntesten Künstlern der elektronischen Musikszene. Bereits im Jahr 1995 veröffentlichte er seine erste EP und hat seither eine steile Karriere hingelegt. Allein sein Klassiker „Domino“ wurde mehr als 39 Millionen Mal auf YouTube geklickt. Ich hatte das Glück, Olivier in Rumänien auf dem Untold Festival zu treffen und ihm einige Fragen zu stellen.

Hi Olivier, es ist mir eine Ehre dieses Interview mit dir zu führen. Du hast deine Karriere bereits in den 90ern begonnen. Wie hat sich die elektronische Musikszene deiner Meinung nach seitdem verändert?

Hi, vielen Dank. Die Freude ist ganz meinerseits. In der Tat habe ich vor einer langen Zeit begonnen und so habe ich die frühen Tage der elektronischen Musik live miterlebt. Seither haben sich viele Dinge verändert. Natürlich die Art wie die Musik produziert wird, da man einen viel leichteren Zugang dazu hat. Damals war die einzige Möglichkeit Musik zu produzieren, indem man Hardware kauft. Heutzutage braucht man im Prinzip nur einen Laptop und ein paar Plug-ins. Das brachte ein paar drastische Änderungen. Die Anzahl der Produzenten ist schier explodiert, weil nun jeder Musik machen konnte, der Lust dazu hatte. Ich finde das cool, denn so hatte jeder die Möglichkeit, sich durch seine Musik auszudrücken.

Du spielst so viele Shows in so vielen Ländern. Aber was ist dein Lieblingsziel, wenn du arbeiten musst?

Mit dieser Frage hatte ich schon immer Probleme, weil ich einfach an so vielen Orten war und es gibt einige die ich aus verschiedenen Gründen liebe. Ich genieße es wirklich sehr in Rumänien zu spielen, denn die Partys sind einfach jedes Mal ausgezeichnet. Die Leute wissen einfach wie man feiert. Und ja, es gibt so viele Orte, an denen ich gerne spiele. Ich mag es in allen andern Ländern in Europa zu spielen. Und ich mag es sehr in Südamerika zu spielen, weil die Leute so viel Energie haben. Ich war gerade erst drei Wochen in Peru und Chile unterwegs und es war so gut. Ich habe auf dem Elrow Santiago performt, bei dem mehrere tausend Leute waren. Das war unglaublich. Vor zwei Monaten war ich auch in Asien auf Tour und die Gigs waren ebenfalls der Knaller. Eigentlich denke ich, dass ich überall gerne spiele. Hauptsache der Vibe stimmt. Das könnte überall auf der Erde sein.

Wir sind hier auf dem Untold Festival in Rumänien. Was gefällt dir an diesem Festival am Besten?

Es ist das zweite Mal, dass ich hier bin. Ich hab auch im vergangenen Jahr hier gespielt und es war wirklich supercool. Die Stimmung ist einfach einzigartig. Ich habe auf einer Open-air-Stage mit meinem Freund Cyclic gespielt und wir hatten einen Riesenspaß. In diesem Jahr werde ich auf der Galaxy Stage spielen. Das wird sicher anders sein, aber ich glaube, es wird eine gute Atmosphäre sein, weil die Stage in einer Eishockeyhalle ist. Ich finde, es ist wirklich schön viele Stages mit verschiedenen Styles zu haben. Auch wenn es Genres gibt, die nicht mein Fall sind, finde ich es richtig toll so ein aufgeschlossenes Event zu haben, bei die verschiedensten Leute zusammenkommen und miteinander feiern.

Viele Labels hatten die Chance deine Musik zu veröffentlichen. Aber du hast auch deine eigenen Labels und releast ständig neue Musik. Was gibt es denn für Pläne für die Zukunft? Können deine Fans sich bald auf neue Tracks freuen?

Ja,ich habe wirklich schon einige Produktionen und Releases auf Labels wie Knee Deep In Sound, Hot Creations, Sapiens, 8bit,…Aber an einem bestimmten Punkt wollten mein Freund und zukünftiger Labelpartner Nicolas Masseyeff unser eigenes Ding machen. Ich hatte vor ein paar Jahren schon mal ein eigenes Label, aber seit 2007 war das nicht der Fall. Also haben wir uns vor drei Jahren dazu entschieden, ein neues Label, Diversions Music, zu gründen. Das erlaubt uns, eigene Tracks zu releasen, wann wir wollen und alles zu kontrollieren. Und auch Musik von Artists zu veröffentlichen, die wir gut finden. Im März habe ich die EP „Second Chance“ auf Diversions veröffentlicht. Gefolgt von einer anderen EP auf Deeperfect zusammen mit Artslaves (Moan) und einem Remix für einen alten John Digweed und Nick Muir Track auf Bedrock. In naher Zukunft werde ich ich einen weiteren Remix auf Radiant releasen. Ich arbeite noch an diversen anderen Projekten, aber es ist noch zu früh zu sagen, wann und wo diese veröffentlicht werden. Deshalb müssen meine Fans sich noch etwas gedulden.

Stichwort Remix. Du bist ebenfalls bekannt für deine fantastischen Remixes. Was magst du lieber Remixes oder komplett neue Tracks?

Ja, ich habe viele Remixes in meiner Karriere gemacht, von alten und auch von neuen Tracks. Ich habe aber keine Präferenzen, ich mag beides. Es ist wirklich aufregend, von null anzufangen, ohne zu wissen, wie sich ein Track entwickelt oder wie er sich am Ende anhören wird. Genauso genieße ich es, meine eigene Vision eines bestehenden Tracks anzufertigen. Oft, wenn ich mir einen Track anhöre, denke ich mir: „Das hätte ich so oder so gemacht“. Und Remixes erlauben mir genau das.

Welches Equipment, welche Software benutzt du, um Musik zu produzieren? Was ist unabdinglich für einen Oxia Track?

Ich benutze mittlerweile viel Software mit Logic Audio, benutze aber immer noch Hardware, wie den Virus, Nova, Juno 106…Es kommt immer darauf an, wie ich mich fühle, wenn ich an einem Track arbeite. Ich verlasse mich meist auf mein Bauchgefühl und entscheide mich spontan, welches Gerät oder welche Software ich benutze. Ich habe nicht wirklich Richtlinien, sondern folge meinem Instinkt. Deshalb kann ich nicht sagen, was unabdinglich für einen Oxia Track ist. Von Tech-House der heftig mit Beat und Bassline arbeitet hinzu mehr melodischem, ruhigem Techno ist alles dabei. Aber ich mag es, wenn meine Rhythmen groovy sind. Vielleicht ist das das gewisse Etwas an einem Oxia Track.

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