Alle Rotary-Mixer-Fans aufgepasst! Anlässlich des 25. Geburtstags hat der Omnitronic TRM-202 MK3 einen neuen Look bekommen.

Der erste Eindruck

Optisch betrachtet ist der TRM-202 MK3 schlicht gehalten, fällt aber bei näherem Betrachten aufgrund der Frontplatte ins Auge, da sich in einem dezenten Grau auf schwarzem Hintergrund eine „25“ erspähen lässt. Obgleich es nicht das 50. Jubiläum des Mixers ist, hat man hier für die Beschriftung der Arbeitsplatte eine goldene Farbe gewählt – ein echter Hingucker! Ansonsten gibt es nicht viel zu den Specs zu sagen – ein typischer Rotary-Mixer eben: wenig Schnickschnack, dennoch funktional.

Alles sitzt

Schon beim ersten Drehen der Potis wird klar, dass Omnitronic hier nicht schlampig gearbeitet hat. Alles sitzt bombenfest, die Rotary-Regler sind nicht zu leichtgängig, lassen sich jedoch ohne große Mühen drehen.

Hinten spielt die Musik 

Via XLR geht das Audiosignal raus für Master- sowie Booth-Ausgänge. Aus meiner Perspektive fehlt die 6,3mm-Klinkenbuchse nicht, da sie für mich sowieso nur Nachteile birgt. Master und Booth-Outs haben darüber hinaus noch Cinch-Buchsen, was es möglich macht, seine Lautsprecher über einen Verstärker anzuschließen. Der Rec-Out wurde ebenfalls über Cinch realisiert. Pegelunabhängig vom Master lässt sich so die Audiosumme aus dem Mischer holen.

Interessant für alle Vinyl-DJs: Auf der Hinterseite befinden sich Gain-Regler für die Phono-Eingänge – daneben auch der Schalter, um von Line auf Phono umzuschalten, sowie zwei Erdungsschrauben. Mit dem Gain-Regler lässt sich so das Phono- an das Line-Signal anpassen, da Platten pegelmäßig üblicherweise nicht an Line-Quellen herankommen. Ein externes Netzteil gibt es übrigens nicht, denn praktischerweise wurde gleich eins im Gerät verbaut, weswegen man sich das lästige Herumgeschleppe gleich spart sowie auch weniger Kabelsalat hinter dem Mixer vorfindet. Sinnvollerweise sind die Kopfhörer- und Mikrofonausgang nicht auf der Hinter-, sondern auf der Vorderseite und daher leicht zugänglich.

Blick auf die Oberseite

Die beiden Kanalzüge verfügen über einen Low- und High-EQ inklusive Einrast-Mechanik bei zwölf Uhr. Oberhalb des Höhenreglers kann mit einem Druckregler von Line auf Phono umgeschaltet werden. Highlight ist für mich neben der Verarbeitung die Größe des LED-Meterings. Gleich zwölf LEDs pro Kanal stehen zur Verfügung, um die Lautstärken beider Signalquellen anzupassen. Regler für Master, Booth, Mic, Kopfhörer und Cue-Mix sind zentriert und übersichtlich auf der Arbeitsoberfläche angelegt. Das Cue-Signal lässt sich bequem via Druckschalter splitten – praktisch also, wenn mal keine Boxen fürs Monitoring vorhanden sind. Beide Kanäle haben jeweils einen Taster für das Cue-Signal, die unabhängig voneinander agieren. Wenn man also zwischen den beiden Quellen wechseln möchte, muss man den einen deaktivieren, da man andernfalls beide Cues gleichzeitig hört – mit Sicherheit Geschmackssache, mir gefällt es dennoch gut. Die Level-Regler finden sich unterhalb des EQs und sind im Vergleich zu den anderen Potis etwas größer.

Nun zum Highlight des Mixers: Drei Isolatoren finden sich auf der Oberseite des Mixers. Großzügig in ihren Dimensionen, lassen sich so die Tiefen, Mitten und Höhen des Mastersignals bearbeiten. An dieser Stelle möchte ich auf den Klang eingehen: Analog wie er ist, liefert der Omnitronic einen druckvollen, warmen und klaren Sound, der besonders beim Bearbeiten der Summe mittels der drei Isolatoren meinem Ohr schmeichelt. Die Crossover-Frequenzen sind passend gewählt. Obendrauf noch die Full-Kill-Funktion im Bassbereich – einfach klasse!

Fazit

Egal, ob für zu Hause oder für den Club – der TRM-202 MK3 ist passend auf alle Freunde der Rundheit zugeschnitten. Hier finden DJs, die Wert auf Haptik, Verarbeitung sowie Mixing legen, ein preiswertes und professionelles Gerät. Mit einem Preis von nur 449 Euro sorgt Omnitronic für Begeisterung und hohe Nachfrage.

 

Aus dem FAZEmag 113/07.21
Text: Niklas Fust
www.steinigke.de