Der Spanier Paco Osuna feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum  als DJ und Produzent – wir gratulieren! In seiner langen Karriere hat der in Barcelona geborene Osuna unzählige Gigs rund um den Globus absolviert, viele davon auch auf Ibiza, u. a. als Resident im Amnesia. 2005 gründete der 46-Jährige sein Label Mindshake Records, viele eigene Releases hatte er auch auf Richie Hawtins Imprint Plus 8 Records. Hier präsentiert uns Paco Osuna seine wichtigen musikalischen Einflüsse.

 

Bomb The Bass – Beat Dis (1987)

Es war der erste elektronische Track, der meine Aufmerksamkeit erregt hat – ich war sogar besessen davon. Ich war erst 13 Jahre alt, aber von dem Moment an war ich süchtig nach der Vielfalt der Klänge und den Rhythmuswechseln und es entstand meine Liebe zur elektronischen Musik.

 

Invisible Limits – Golden Dreams (1989)

Ich hörte diesen Track in meinen ersten Tagen als Raver zum ersten Mal. Ich lernte die Clubwelt kennen und zog von einer Stadt zur anderen, um die besten Clubs und Partys zu finden. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Mixe und Sets jener Tage und an die Magie, die der DJ, der damals schon fundamental wichtig für den Erfolg eines Clubs war, durch das Zusammenmischen von EBM und Techno verbreitete. Zweifellos ist das eine der Hymnen meiner Raver- und Club-Tage.

 

 

Brainstorming – Rock The House (1991)

Das ist definitiv einer meiner Lieblingstracks aller Zeiten. Als ich ihn bei einer Afterhour-Veranstaltung am Stadtrand von Barcelona hörte, berührte er mich so sehr, dass ich nicht aufhören konnte, nach der Schallplatte zu suchen, bis ich sie bekam. Das waren meine Anfänge als DJ und der Beginn meiner Besessenheit davon, die Tracks zu bekommen, die mir gefielen.

 

 

Lil Louis – French Kiss (1989)

Vielleicht ist das der Titel, den ich in meiner gesamten Karriere am häufigsten gespielt habe – bis heute spiele ich ihn noch von Zeit zu Zeit. Er hat absolut alles, was ich in einem Stück suche: Er ist kraftvoll, groovig, sexy, elegant und bricht auf eine Art und Weise, die ich zuvor noch nie gehört hatte.

 

 

Speedy J. – Something For Your Mind (1991)

Das ist ein weiterer Track, der mir vom ersten Moment an nicht mehr aus dem Kopf ging. Er ist einfach und repetitiv, aber gleichzeitig sehr kraftvoll und hat viel Groove. Es ist einer dieser Tracks, die einen unglaublich tanzen lassen.

 

 

Marco Carola – Fokus (1998)

Das ist das Album, mit dem meine Liebe zum neapolitanischen Techno begann – einem Sound, der vor allem von Marco Carola geprägt wurde. Auf jeden Fall einer der größten Einflüsse für meine Art zu produzieren, da es Tracks sind, die zwar aggressiv, aber immer sehr funky und groovig sind. Und mit Marcos Musik habe ich eben entdeckt, dass das möglich sein kann.

 

 

Richie Hawtin – Minus Orange (1999)

Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich diese EP hörte – sie hat mich umgehauen! Sehr sauber in Bezug auf Konstruktion und Elemente und klanglich unglaublich kraftvoll im Vergleich zu anderen Tracks. Bei dieser Produktion von Richie entdeckte ich, dass wenige, gut verwendete Elemente ausreichen, um eine große Energie in einen Track zu packen.

 

 

Alex Under – El Encuentro (2006)

Ich habe diesen Titel gewählt, aber ich hätte noch viel mehr von Alex Under wählen können, den ich für einen der besten Produzenten elektronischer Musik in Spanien halte. Alex hatte die Fähigkeit, mit jeder Produktion, die er veröffentlichte, zu verblüffen. Sie waren alle sehr unterschiedlich und hatten alle eine sehr komplexe Struktur. Er war eine meiner größten Referenzen in Bezug aufs Produzieren, weil er meine Aufmerksamkeit immer mit etwas Unerwartetem auf sich zog.

 

 

Matthew Dear – Some New Depression (2003)

Meine Leidenschaft für den minimalen Klang wurde mit Matthew geboren. Wie bei Alex war ich erstaunt über die Konstruktion und Struktur, die er seinen Tracks gab. Ich war beeindruckt von den Klängen und Elementen, die er zur Erstellung von Loops verwendete, und von seiner unendlichen Kreativität, mit der er aus etwas Einfachem etwas Magisches gemacht und so Musik geschaffen hat, die einem nicht mehr aus dem Kopf ging.

 

Maurice – This is Acid (1998)

Eines der Genres, mit denen ich als Clubber und DJ aufgewachsen bin, war Acid-House. Dieser Track hat eine der mythischsten Melodien des Genres, und ich habe seine Acid-Basslinien und die Vocal-Elemente, die ihm einen sexy Touch verleihen, immer geliebt. Es spielt keine Rolle, wie alt er ist: Dieser Track funktioniert immer auf der Tanzfläche.

 

Aus dem FAZEmag 105/11.2020
Text: Bruno Lafitte
www.pacoosuna.com