Palästina-Flagge auf Street Parade: Heftige Kritik an DJ

Die Zürcher DJ Jenny Cara sieht sich nach ihrem Auftritt bei der Street Parade massiven Anfeindungen ausgesetzt.

Während ihres Sets auf der Clubbing Stage hatte sie eine Palästina-Flagge aufgehängt. Die Festivalleitung entfernte diese anschließend. Cara kritisierte die Entscheidung danach auf Instagram.

Raven sei nie unpolitisch, erklärte die DJ. Ihren Aussagen zufolge beendete sie ihr Set, nachdem die Flagge abgehängt worden war. Die Street Parade erklärte auf Anfrage, sich von jeglichen politischen Aktivitäten zu distanzieren.

Zwar bekennt sich die Veranstaltung zu den Werten „Friede, Liebe, Freude, Großzügigkeit und Toleranz auf der ganzen Welt“. Gleichzeitig sei in den Vereinsstatuten festgehalten, dass die Organisation politisch neutral sei, erklärte ein Sprecher der Street Parade.

„Unser Stagemanager hat die Situation erkannt und entschärft.“ Cara wollte sich gegenüber TSÜRI nicht weiter zu den Ereignissen äußern. Unter ihrem Instagram-Beitrag finden sich sowohl zahlreiche unterstützende als auch ablehnende Reaktionen.

Ein Nutzer verwies in einem unterstützenden Kommentar darauf, dass Techno, House-Musik und Rave-Kultur aus politischer und sozialer Unruhe entstanden seien. Gleichzeitig wurde Cara nach eigenen Angaben massiv persönlich angegriffen.

Wie die DJ offenlegte, erhielt sie Todes- und Vergewaltigungsdrohungen, überwiegend von Männern. Ein Kommentator schrieb, sie hätte beim Nova Festival getroffen werden sollen. Damit spielte er auf den Terrorangriff der Hamas auf das Trance-Festival im Jahr 2023 an.

Andere prangern eine gewisse Doppelmoral an. „Was ist mit Kurden, Tibetern, Chinesen, muslimischen Iranern usw.? Diese Menschen haben einen echten Grund zu kämpfen, doch niemand veranstaltet Hass-Paraden oder versucht, ihre Flaggen auf Rave-Partys zu präsentieren“, so ein Follower.

Wie üblich mischen sich unter den Kommentaren auch Kritiker, die Musik und Politik strikt trennen möchten. „Wenn man Politik betreiben will, soll man in die Politik gehen. Auf einer Musikveranstaltung hat das nichts zu suchen – egal welche Meinung man vertritt“, meint ein User auf Instagram.

Weitere richtig üble Beschimpfungen ersparen wir euch an dieser Stelle. Dass nicht jede Nachricht historisch korrekt eingeordnet scheint und viele Kritiker aus bestimmen Lagern heraus versuchen mittels sogenanntem Whataboutism oder lauter Aggression zu argumentieren, wird ebenfalls deutlich.

Doch es gibt auch Menschen, die sich auf die Seite der DJ schlagen. „Als Freund und Jude stehe ich hinter Jenny Cara“, schreibt ein User in der Kommentarspalte. „Sie anzugreifen im Internet zeugt von gnadenloser Feigheit. Das Gespräch gewaltvoll zu führen, führt zu genau dem ganzen Hass auf beiden Seiten.“

 

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Quelle: TSÜRI

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