
Paul van Dyk hält von dem weltweiten TikTok-Phänomen nichts. Die Kurzvideos der Plattform konnten bisher nicht in seine Welt vordringen und den seit Jahrzehnten international erfolgreichen DJ nicht überzeugen. In einem Gespräch mit dem rbb ließ die Trance-Ikone nun vom Leder.
In einem aktuellen Interview des rbb spricht Paul van Dyk offen über sein Verhältnis zu der Social-Media-Plattform TikTok. Der DJ und Produzent macht dabei deutlich, dass sein Verständnis von Musik und künstlerischer Arbeit nur schwer mit der Logik kurzlebiger Clips und Trends vereinbar ist. Paul van Dyk kritisiert damit auch die zunehmende Erwartungshaltung, sich als Künstler und allgemein ständig selbst zu inszenieren. Je „dümmer“ der TikTok-Post, desto größer heute die Chance, Reichweite und neue Möglichkeiten zu bekommen, so scheint es für ihn.
Diese Haltung ist natürlich nicht frei von der eigenen Geschichte des Künstlers zu trennen. Als Paul van Dyk Anfang der 90er mit dem Auflegen begann, war der DJ nicht immer die Rampenlichtfigur. Im Gegenteil: Van Dyk beschreibt es als „Freak in der Ecke“ gegenüber dem rbb, verborgen im Dunkeln des Clubs war er damals Teil der Subkultur. Ein Ort, an dem es nicht um Sichtbarkeit ging, sondern um Sound, Atmosphäre und Hingabe. Und genau dort fühlt sich van Dyk nach eigener Aussage bis heute am wohlsten.
In einer Ära, in der Reichweite teilweise über Relevanz gestellt wird, erinnert Paul van Dyk damit daran, dass die Essenz von Clubkultur eigentlich aus dem Fokus auf die Musik und der kollektiven Erfahrung entsteht.
Hier seht ihr die komplette Folge:
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