Im Alter von acht Jahren entdeckte die in Sachsen geborene Annegret Fiedler das Piano ihrer Großmutter und machte ihre ersten Schritte in Sachen Songwriting. Über die Station Halle/Saale landete sie schließlich in Berlin, wo sie seit 2014 unter ihrem Alias Perel agiert. Ihr Faible für die Musik der 80er-Jahre findet sich nicht nur in ihrem Album „Hermetica“ wieder, das vor einem Jahr auf dem New Yorker Label DFA erschienen ist, sondern natürlich auch in der Liste ihrer wichtigsten Tracks.


 

Tangerine Dream – Quichotte Part 1 & 2 (1981)*
Abgesehen von der Brillanz beider Parts, die ultimative Reise durch synthetische Landschaften – ein Muss für Liebhaber analoger elektronischer Klangerzeugung –, hat mich diese Platte durch eine sehr schwere Phase in meinem Leben begleitet.

 

Jean-Michel Jarre – Equinoxe Part 1 (1978)*
Dauerschleife. Diese Platte liegt fest wie ein Stein auf meinem Plattenteller zu Hause.

Reinhard Lakomy – Es wächst das Gras nicht über alles (1982)*
Ich bin mit Reinhard Lakomys „Traumzauberbaum“ groß geworden, kannte aber bis vor ein paar Jahren nicht den Rest seiner elektronischen Meisterwerke. „Es wächst das Gras nicht über alles“ ist eins davon.

Depeche Mode – Shake The Disease (1985)
Eines dieser Stücke, die sich für ewig in dein Gehirn, nein, in jede Zelle deines Körpers eingebrannt haben. Du lebst für den Rest deines Lebens mit diesem Song. Du bist der Wirt, dies ist dein Parasit. Ganz im Sinne des Titels.

 

Daft Punk – Veridis Quo (2001)*
Möchtest du, dass ich weine und komische Dinge tue, spiele diesen Track und schau, was passiert.

Automat – The Rise (1978)*

Das Erscheinungsjahr 1978 spricht in diesem Fall zu 100 Prozent für die Soundästhetik. Und als Über-Arpeggiator-Fan ist dieser Titel von Automat schon fast ein Gebet, zu dem Giorgio Moroder heimlich in die Kapelle rennt.

 

Culture Beat – Der Erdbeermund (1989)
Ein Klassiker, zu dem man wohl kaum noch etwas sagen muss. Ich bin ein großer Fan davon, Gedichte und Lyrik in elektronische Musik zu integrieren. Das von Paul Zech stammende Gedicht „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ wurde vor allem durch Klaus Kinskis Rezitation in den 1950ern bekannt. Angelehnt an diese, veröffentlichten Culture Beat dann 1989 ihre erste Single mit Schauspieler und Chansonsänger Jo van Nelsen.

 

Angela Werner – Won’t You Be My Lover (1981)*
Die meisten von uns kennen Angela Werner wohl nicht und auch ich habe sie erst Anfang 2018 beim Durchstöbern von Platten in einem kleinen Laden entdeckt. Wer auf New Wave aus den 80ern mit sehr komischen deutsch-englischen Texten steht, ist hier genau richtig. Ich liebe es vor allem, wie Angela Werner mit ihrer Stimme spielt und so die Ironie ihrer Stücke auf den Punkt bringt. Diese Frau ist der Knaller!

 

Eurythmics – Love Is A Stranger (1982)
Als ich als Kind Annie Lennox’ Stimme das erste Mal im Radio gehört habe, war ich total hypnotisiert. Ich konnte ihren androgynen Klang nicht einordnen, aber gleichzeitig zog mich dieser extrem an. „Love Is A Stranger“ ist einer meiner Lieblingstracks – intelligenter Pop mit intelligenten Lyrics.

 

Todd Terje – Delorean Dynamite (2014)
Todd Terje zählt für mich mit zu den herausragendsten Künstlern für kontemporäre elektronische Musik. Seine Produktionen stehen für sich und transportieren mich jedes Mal in komplett andere Sphären, besonders „Delorean Dynamite“. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich diesen Track laut in einem meiner Sets spiele.


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