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Mehr als 100 sogenannte Packs für Albeton Live sind derzeit auf der Herstellerseite zu finden. Darunter verrückte Synthesizer für Max4Live, analog klingende Effekt-Module oder Sample-Libraries jeder klanglichen Couleur. Entsprechend ist für jeden Producer etwas dabei. Sei er nun Deephouse-Aficionado, Techno-Krawallist oder experimenteller Klängforscher. Das alles für mehr oder minder kleines Geld und zum sofortigen Download. Ich habe vier solcher Packs verschiedener Sound-Designer für euch getestet.


analoguetechnoAnalogue Techno (von Sample Magic)
Der Name lässt bereits vermuten, welchen Charakter dieses Pack hat. Die Bestätigung kam nach dem Download: Strammer Sound, direkt aus den Schaltkreisen analoger Maschinen, mit viel Wärme und Liebe zum Detail zubereitet. Genau richtig für die Techno-Küche. Zwischen den schmutzigen und spannenden FX-, Vocal- und Atmosphere-Loops warten außerdem 195 mechanische Drumloops auf Abruf. Immer auch aufgeteilt in ihre Elemente. Die tieffrequenten Bass-Loops ziehen einem die Schuhe aus. Chord- und Synth-Loops erinnern mich an die gute alte Detroit- und neue Berliner Techno-Schule. Für das eigene Beatmaking gibt es schließlich noch 170 gelayerte Kick-Drums, Snare-Drums, Hi-Hats und Percussion-Hits. Die volle Breitseite für 49 Euro. Meine Wertung: 8 von 10 Punkten

 

Arsenal (von SonArte) arsenal_sonarte
Wer seine Produktionen mit metallischen Klängen bestücken möchte, hat zwei Möglichkeiten: Field-Recorder anschmeißen oder Sample-Libraries nutzen. Letzteres ist sicher einfacher. Ein Gitarrist zieht schließlich auch nicht mit der Säge in den Wald, fällt einen Baum und baut sich eine Gitarre. Um dann festzustellen: Klingt doch nicht so geil. Libraries mit metallischen Klängen gibt es zwar mittlerweile an jeder Straßenecke. Diese 1,82 GB große Bibliothek unterscheidet sich aber in einem wichtigen Punkt von den Produkten der Mitbewerber: Die Objekte der Begierde wurden musikalisch bespielt. So gibt es einen gestrichenen Pfostenhalter, das geblasene Duschrohr oder den getrommelte Gaslampenschirm als Klangkörper. Hinzu kommen thailändische und chinesische Gongs. Eine Fundgrube an neuartigen Klängen, innovativ gespielt und aufwändig gesampelt. Alles für nur 69 Euro. Meiner neuen EP „Blecheimer Sonate in A-Moll“ steht also nichts mehr im Wege. Gerne vergebe ich 6 von 10 Punkten

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Spectrum Effects (von Amazing Noises)

Effekte gibt es ja viele. Und damit meine ich nicht die optischen. Montags, nach dem Berghain. Sondern die mit „Grip“ und „Spectrum Runner“ betitelten Soundeffekte, welche sich als ebenso innovative wie speziell erweisen. Denn beide arbeiten mit den spektralen Komponenten eingehender Audio-Samples. Und für alle, bei denen diese Vokabeln wie ein Gedicht klingen, sind diese Tools auch gemacht.
Grip kann das eingehende Audiosignal mit unharmonischen Resonanzen, Artefakten und mechanischen Knirschen versehen. Im Prinzip kann alles reingeschickt werden. Ob Vocal, Drumsounds oder Texturen. Irgendwie kommt am anderen Ende alles mit einer mal mehr,aml weniger starken Melancholie wieder raus. Dank der relativ wenigen Parameter findet sich dabei auch der Einsteiger schnell zurecht.
Spectrum Runner ist ein ziemlich abgefahrenes Delay. Beim ersten Ausprobieren beschlich noch mich noch die Angst, ich würde mit meinem Studio auf Kepler186 landen. Nach etwas Einarbeitungszeit und Gschraube erzielte ich dann aber doch brauchbare Ergebnisse. Das Teil hat definitiv enormes Potential. Nicht nur für Reisen in ferne Galaxien. Ein Delay mit dem gewissen Etwas. Für echte Frickel-Freunde ein Muss. Das Max4Live-Doppelpack kostet schlappe 29 Euro. Durchs Teloskop erkenne ich 8 von 10 Sternen.

Amazing Noises – Dark Synth darksynth
Jaja, er hat Dark gesagt! Dieser Additive Synthesizer kann aber weitaus mehr als das Tor zur Hölle öffnen. Mit seinen 2048(!) frei kontrollierbaren Partial-Tönen ist hier eigentlich so gut wie jeder Sound reproduzierbar. Ganz egal, ob Techno-Pads im Detroit-Style oder transparente Ambient-Flächen. Ganz besonders gefallen mir die unglaublich vielen Parameter. Die ideale Spielwiese für Sounddesigner. Aber auch der Anfänger kommt doch die Vielzahl an Presets schnell zu überzeugenden Ergebnissen. Von allen Packs, die ich getestet habe, hat mich dieses am meisten überzeugt. Grenzenloser Spaß am Sounddesign für 49 Euro. Dafür 10 von 10 Punkten. Ich leg dann mal eine Nachtschicht ein … // Björn Torwellen

 

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