Jeder, der sich in Deutschland mit elektronischer Tanzmusik auseinandersetzt, ist schon auf den Augsburger Rainer Weichhold getroffen. Sei es in seiner Funktion als Chef von DJ-Propaganda, A&R und Labelmanager von Great Stuff Records, Macher von Kling Klong Records oder einfach bei seinen DJ-Gigs. Neben seinen DJ Coaching-Seminaren gibt Rainer Weichhold nun auch in FAZE jungen Produzenten jeden Monat Tipps, was sie beachten sollten, wenn sie den inneren Drang verspüren, in der großen weiten Welt der Musikindustrie ihr Glück zu suchen. Kontaktiert Rainer gerne direkt unter rainer@klingklong.com!


Ich will hier jetzt auch mal meine Sicht zu dieser ganzen GEMA-Diskussion darlegen, denn ich bin als Komponist und auch als Verleger sehr glücklich, mit der GEMA zusammenarbeiten zu können. Ihre Aufgabe ist es Lizenzgebühren einzuziehen, überall dort wo Musik aufgeführt (Radio, TV, Clubs, Konzerte, Youtube etc.) und vervielfältigt (CDs, MP3s, Vinyle) wird. Die Komponisten (bzw. eventuell ihre damit beauftragten Verlage) sollen dafür vergütet werden, dass ihre Musik verwendet wird. Wenn also Paul Kalkbrenner seinen Remix von Moby „Wait For Me“ live spielt, dann sollten die ursprünglichen Textdichter und Komponisten (Angie Stone u.a.) auch für diese Aufführung vergütet werden. Und wenn meine Single „Reis“ im Radio läuft, dann muss auch Helge Schneider seinen vereinbarten Anteil daran erhalten, da ich ja von ihm gesamplet habe.

Die GEMA ist nun erstens u.a. dafür zuständig, zu ermitteln, was denn so im Radio läuft und welche Songs bei Konzerten gespielt werden. Zweitens, die Lizenzgebühren dafür einzuholen und drittens, korrekt den Komponisten und Textern deren Anteile auszuschütten. Gebe es sie nicht bzw. hat man seine ‚Werke’ nicht dort angemeldet oder ist nicht einmal Mitglied bei einer derartigen Gesellschaft, dann hat man natürlich auch keine Chancen, für seine Urheberschaft angemessen vergütet zu werden. Deswegen bin ich auch froh darüber, dass die GEMA unsere Interessen z.B. gegenüber Google (bez. Youtube) so vehement vertritt und nicht klein beigibt, wenn milliardenschwere US-Medienkonzerne mit unseren Kompositionen dick Asche machen, uns Autoren aber mit Peanuts abspeisen wollen.

Inwieweit die aktuell geforderten Gebühren von Clubs nun zu hoch sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen, da ich nun mal keinen Club habe. Möglicherweise waren die bisherigen Gebühren auch im internationalen Vergleich unangemessen niedrig und müssen nun angepasst werden? Dass die Aufführung von Musik in Clubs/Bars wesentlicher Bestandteil ist und dementsprechend adäquat vergütet werden muss, dürfte ohne Frage sein. Prinzipiell finde ich es natürlich gut, wenn die GEMA möglichst viel Geld einsammelt, denn so erhöhen sich ja auch die Ausschüttungen. Dennoch dürfen durch die Gebühren keine Clubs zur Aufgabe des Geschäftsbetriebes gezwungen werden, denn ohne all die tollen Clubs wären wir alle arbeitslos und ohne Motivation, überhaupt neue Musik zu produzieren. Also bitte liebe GEMA und Clubs, bitte setzt euch zusammen und findet einen angemessenen Kompromiss mit dem beide leben können.

Fazit: Ich kann nur jedem Produzenten, der eigene Stücke komponiert oder textet empfehlen, Mitglied bei der GEMA zu sein. Nur wenn deine Werke dort auf dich angemeldet sind, bekommst du auch deine dir zustehenden Tantiemen.

In der nächsten Ausgabe: Brauche ich einen Verlag?

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