
Mit Techno statt Sprechchören haben hunderte Menschen am Samstag in Schwerin demonstriert. Unter dem Motto „Rave the Castle – die Prüf-Parade“ verband die Aktion elektronische Musik mit der Forderung nach einer verfassungsrechtlichen Überprüfung rechtsextremer Parteien und Verdachtsfälle.
Der Demonstrationszug führte mit zwei Musik-Trucks vom Berliner Platz über das Schweriner Schloss bis zum Bertha-Klingberg-Platz. Mehr als zehn lokale DJs begleiteten die Teilnehmer. Die Musik war dabei bewusst Teil des Konzepts und sollte Protest sichtbar, hörbar und niedrigschwellig machen.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Initiative „Prüf“ („Prüfung Rettet Übrigens Freiheit“). Ziel sei es, politischen Druck für ein Prüfverfahren aufzubauen. „Wir möchten, dass alle rechtsextremen Verdachtsfälle, die im Bundesverfassungsgericht stehen, überprüft werden“, sagt Organisatorin Janine Rudolph gegenüber Nordkurier. Zudem wolle man „neue Demonstrationsformen ausprobieren und möglichst viele Leute unter der gleichen Forderung versammeln“.
Vor dem Schweriner Schloss fand eine Kundgebung statt. Nach Angaben der Polizei nahmen dort rund 400 Menschen teil. Insgesamt führte die rund 14 Kilometer lange Route zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen, weshalb sie von zahlreichen Einsatzkräften abgesichert wurde.
Die Veranstalter zeigten sich nach der Premiere zufrieden. „Wir sind froh, auf so viel Begeisterung gestoßen zu sein, dass sich an der Strecke viele Menschen angeschlossen haben und so Botschaft und Protestform unterstützt haben“, sagt Mitorganisator Sebastian Hüller. Er geht davon aus, dass sich im Laufe des Tages insgesamt rund 1.200 Menschen beteiligt haben.
Nach der erfolgreichen Premiere könnte „Rave the Castle“ künftig jährlich stattfinden. „Im besten Fall könnte es jährlich durchgeführt werden, um Protest nicht nur laut, sondern auch in einer Masse auf die Straße zu bringen“, so Hüller.
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Quelle: Nordkurier
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