Fotocredit: Dennis Dirksen


Mit „Rave To Save“ startet Desperados eine große Spendenaktion zur Rettung von Europas NachtclubBranche und präsentiert dabei eine Auswahl von DJ-Größen, die zum Tanz einladen. Der erste Act, der das „Rave To Save“-Debüt-Event bespielt, ist kein Geringerer, als der Chart-Stürmer Purple Disco Machine. Wie das Ganze funktioniert? Es ist im Grunde recht simpel: Alles was ihr tun müsst, um eure Lieblingsclubs zu unterstützen, ist Tanzen!

Mit der „Rave To Save“-App, die kostenlos für iOS- und Android-Nutzer*innen in den App-Stores verfügbar ist, werden eure Schritte beim Raven aufgezeichnet. Pro 1000 Schritte, die ihr beim Tanzen zurücklegt, wird 1 Euro an die Clubs gespendet, die mit Desperados im Zuge dieses Projektes kooperieren. Zudem steht es euch frei, ob ihr zusätzlich einen direkten Betrag an die jeweiligen Clubs spenden wollt. Am 27. März geht der Stream mit der App auf der Beatport Facebook-Seite sowie dem Beatport YouTube-Kanal online. Sämtliche Spenden, die bei der Debüt-Veranstaltung zusammenkommen, gehen an den Berliner Club Prince Charles. Ferner sind bereits drei weitere virtuelle Raves bestätigt:

4. April  – Reineke Fuchs, Köln
10. April – Halo, Hamburg
17. April – Cassiopeia, Berlin

Die „Rave To Save“-App könnt ihr euch im App Store oder bei Google Play herunterladen

Rutger van der Stegen, Global Marketing Manager von Desperados, kommentiert die Aktion mit folgenden Worten: „Aufgrund der Tatsache, dass Nachtclubs und Veranstaltungsorte wegen der Pandemie gezwungen sind, ihre Türen monatelang zu schließen, erleidet Europas Nightlife-Sektor große Verluste. Wir bei Desperados sind der Meinung, dass wir eine Verantwortung gegenüber dieser Branche haben, die seit jeher tief in unserer DNA verwurzelt ist. Deshalb freuen wir uns sehr, Partyfans aus der ganzen Welt durch unsere „Rave To Save“-App miteinander vernetzen zu können. Indem wir zusammen tanzen, können wir alle unseren Lieblingsclubs unter die Arme greifen, damit sie ihre Türen wieder öffnen und uns alle willkommen heißen können, sobald dies wieder möglich ist.“

DJ, Produzent und Remixer Purple Disco Machine über die Initiative: „Europa ist die Heimat einiger der weltweit besten Clubs und Veranstaltungsorte. Clubs voller Energie und Dynamik, die seit vielen Jahren – wenn nicht sogar Jahrzehnten – den Menschen einen Ort schenken, an dem sie zusammenkommen, gemeinsam gute Vibes teilen und Momente erleben, die bleiben. An der ‚Rave to Save‘-Initiative von Desperados gefällt mir, dass sie nicht nur die Clubs mit dringend benötigter finanzieller Unterstützung versorgt, sondern die Menschen dazu anregt, durch Tanzen ihren persönlichen Teil beizutragen. Die Applikation lässt Menschen auf der ganzen Welt einfach gemeinsam feiern, dabei spenden und etwas bewirken. Hierfür den Startschuss zu legen, ist ein super Gefühl.“

Weitere Dates werden im Laufe des Jahres in Zusammenarbeit mit diversen europäischen Clubs, dem langjährigen Partner Elrow und Beatport folgen. Alles Weitere findet ihr unter www.desperados.com/de-de/ravetosave.

Wir hatten die Chance, den aus Dresden stammenden Purple Disco Machine aka Timo Piontek zu seinem Hit „Hypnotized“ und der aktuellen Single „Fireworks“ zu interviewen sowie einige weitere Dinge über ihn in Erfahrung zu bringen.

 

Wie lautet die Story hinter deinem Künstlernamen?
„Es ist im Grunde ein Mix aus einer meiner Lieblingsbands Miami Sound Machine, Prince mit „Purple Rain“ und mein Lieblingsgenre Disco.“

Wurdest du erst nach der Wende auf die westliche Musik aufmerksam oder hattest du trotz der Lage von Dresden, Zugang zu Musik, die in den 80ern im Westen lief?
„Ich hatte das Glück, dass meine Eltern sehr musikbegeistert waren und wir zu Hause viel Musik hörten. Alles, was man im Osten so hören durfte, plus die Schallplatten, die meine Eltern auf diversen Schwarzmärkten kauften. Es lief viel Ostrock wie Karat oder Puhdys, aber auch Genesis, Kraftwerk oder Pink Floyd.“

In deinen Songs hört man ja oft Samples aus den Genres Soul oder Disco. Sind das die Musikrichtungen, die du in Deiner Jugend gehört hast?
„Meine Vorliebe für Disco, Funk und Soul hab ich in den 90ern entdeckt, als ich genervt von Euro-Dance, nach Alternativen gesucht habe. Auch Italo Disco oder Künstler wie Giorgio Moroder haben mich ebenfalls sehr beeinflusst. Da ich leider kein Instrument spielen konnte, musste ich mich auf das Hören beschränken. Aber als 1996 „Homework“ von Daft Punk rauskam, war das wie eine Offenbarung. Das war genau die Musik, die ich machen wollte. So hab ich Ende der 90er angefangen zu produzieren und Klassiker zu sampeln. Es hat dann noch einige Jahre gedauert, bis ich die Songs anderen vorspielen konnte :).“

Abseits von Musik aus den Achtzigern, gibt es noch bestimmte TV-Serien aus dieser Zeit, die du dir heute noch gerne ansiehst?“
„Ich versuche schon in der Gegenwart zu leben, dennoch schau ich natürlich ab und zu Knight Rider, Miami Vice oder 80er Filme wie American Gigolo.“

Ist dein Schnäuzer, den du ja schon eine Weile trägst, eine Reminiszenz an die goldene Disco-Ära der 70er?
„Ich habe bestimmt 30 Jahre warten müssen, bis mir überhaupt ein Bart gewachsen ist. Die Jahre hole ich jetzt nach. Dazu war Magnum ebenfalls eine meiner Lieblingsserien und daher sieht man mich hinterm DJ-Pult nicht nur mit Schnäuzer, sondern auch mit Hawaii-Hemd. Am Ferrari arbeite ich allerdings noch ;).“

Im Juli 2020 hattest du auf deinem Youtube-Kanal einen Livestream, in dem du nur mit Vinyl aufgelegt hast. Wie wichtig ist es für dich, in unserer immer mehr digitalen Welt dieses Medium bei DJ-Sets zu verwenden?
„Ich habe das Auflegen noch mit Vinyl gelernt und bestimmt 15 Jahre als DJ Platten gespielt. Natürlich hat der digitale Wandel viele Vorteile. Gerade beim Reisen. Dennoch vermisse ich das Auflegen mit Vinyl. Aus diesem Grund habe ich diese Livestreams angefangen. Ich kaufe immer noch sehr viel Vinyl. Vor allem, wenn ich auf Tour bin und etwas Zeit habe, lasse ich mir von Promotern die Vinylstores der Stadt zeigen. Auch aktuelle Alben kaufe ich noch auf Vinyl.“

Wie erklärst du dir den Erfolg von „Hypnotized“?
„Ich habe mich oft gefragt, warum gerade „Hypnotized“ so erfolgreich ist und nicht einer der unzähligen Songs, die ich davor gemacht habe. Ich glaube bei „Hypnotized“ kamen einfach so viele Sachen zusammen. Von der ersten Minute an, flutschte es. Ich habe den Track in weniger als drei Tagen produziert. Wir haben den Song nur an Sophie geschickt, was eigentlich untypisch ist, da wir die Demos sonst an verschiedene Sänger und Writer pitchen. Aber irgendwie hatten wir das Vertrauen in Sophie und sie hat uns nicht enttäuscht. Am Ende war es das erste Demo, was wir genommen haben. Das Label wollte alles nochmal aufnehmen, aber trotzdem dachte es, dass der Song so perfekt „unperfekt“ ist, das wir den Take genommen haben. Dann hat meiner Meinung nach Corona auch dazu beigetragen, dass der Song, der so leicht und luftig daherkommt, über die doch einschneidende und schwierige Zeit hinweg hilft.“

Warum fandest du die Indie-Pop-Sängerin Sophie Scott passend für diese Nummer?
„Wie auch schon beim ersten Album „Soulmatic“, haben wir für dieses Album eine Liste mit Künstlern erstellt, mit denen wir gerne arbeiten wollen. Jeder aus dem Team (Label, Management und Ich) konnte Vorschläge einbringen und ich habe dann am Ende die Namen gecheckt, die ich nicht kannte. Sophie kam von Label-Seite und ich habe mich sofort in ihre Stimme und rotzige Art verliebt. Sophie war offen, an dem Song mitzuarbeiten und alles lief so unkompliziert. Ich muss immer das Gefühl haben, das beide Künstler den Song lieben und raus bringen wollen. Ich will ungern Leute von etwas überzeugen müssen. Entweder es passt oder nicht. Bei Sophie hat alles gepasst.“

Wie läuft so eine Kollaboration ab?
„Es gibt verschiedene Ansätze. Bei „Hypnotized“ war es so, dass ich das Demo produziert/geschrieben habe, welches wir dann zu Sophie geschickt haben. Sie hat mit ihrer Band die Topline geschrieben und aufgenommen. Danach hab ich noch Matt Johnson von Jamiroquai dazu geholt, um dem Song den Feinschliff zu geben. Er hat mir bei einigen Songs vom Album geholfen. Die finale Produktion findet dann immer bei mir im Studio statt.“

Wie gehst du mit den Zahlen deines mehrfach ausgezeichneten Hits „Hypnotized“ um?
„Für mich war es schon immer schwer mit solchen Zahlen umzugehen. Gerade jetzt in der Pandemie sind die Zahlen aber der einzige Indikator ob es mit der Karriere bergauf oder bergab geht. Vorher waren es die Shows, die mir gezeigt haben ob Songs funktionieren oder nicht. Da ich aus dem Club komme, brauchte ich dieses Feedback von meinen Fans. Das fehlt mir gerade sehr. Im Studio zu sitzen und Songs zu produzieren ist das eine aber man will sie auch präsentieren.“

Wie kam die Kollaboration mit Moss Kena und The Knocks zu Deinem aktuellen Track „Fireworks“ zustande?
„An „Fireworks“ habe ich vor etwa sechs Jahren angefangen zu arbeiten. Ich kann mich noch erinnern, dass ich in Südamerika auf Tour war und die Idee mit den Steeldrums hatte. Danach hatte ich immer mal wieder an der Idee gesessen. Auch mit anderen Musikern, aber es ist nie was dabei raus gekommen. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass der Song was Besonderes ist, auch wenn er kein typischer PDM Song ist. 2018 habe ich dann in New York gespielt und The Knocks kennengelernt. Ich hab ihnen den Song vorgespielt und sie hatten sofort die Idee, einen Kinderchor für den Chorus aufzunehmen. Am Anfang dachte ich noch, dass ein Kinderchor und Steeldrums eventuell ein bisschen zu viel des Guten seien, aber als sie mir die Aufnahmen geschickt hatten, war klar, was dem Song fehlte. Danach haben wir noch Moss Kena ins Boot geholt, um die Strophen zu singen. Ich mochte seine Stimme von Anfang an. Nun ist das Stück fertig und ich bin super happy damit.“

Würdest du deinen aktuellen Sound noch als Nu-Disco betiteln?
„Ich habe keine Ahnung, wie ich meinen Sound betiteln würde. Ich denke, dass meine Einflüsse wie Disco, Funk oder Soul schon in jedem Song oder Remix zu hören sind. Ich bin aber generell kein Freund von Genres.“

Gibt es Künstler*innen, mit denen du dir erträumst, in Zukunft etwas zu machen?
„Daft Punk natürlich, aber das hat sich ja offensichtlich erledigt :(. Es gibt aber noch andere Künstler wie Chromeo oder Roosevelt, mit denen ich gern mal zusammen arbeiten würde.“

Wirst du das Tempo bei der „Rave To Save“-Aktion etwas anziehen, damit die Raver*innen mehr Schritte beim Tanzen machen und somit die Spenden höher ausfallen?
„Gute Frage. Ich glaube, ich werde schon etwas schneller spielen als sonst, werde es aber auch nicht übertreiben. Leider geht schnell der Groove ab einem gewissen Tempo verloren, und der ist mir schon sehr wichtig in meinen Sets. Ansonsten müssen die Shuffle-Moves rausgeholt werden :).“

  

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