Rave trifft Rolex: Styling nach dem No-Dresscode

Sneaker zum Anzug, unterschiedliche Muster in einem Outfit, ein Pullunder zur Lederhose – was bislang als Modesünde galt, wird nun zum Styling-Trend. No-Dresscode oder auch Stylistic Clash nennt man den neuen modischen Hype um den kontrollierten Stilbruch.
Streetstyle-Magazine und Fashion-Blogs sind jetzt voll davon. Aber worauf kommt es bei diesem Trend eigentlich an? Uns vor allem: funktioniert er auch im Club?

Wie funktioniert der Stylistic Clash?
Die meisten von uns wählen ihre Kleidung nicht nur aus der Notwendigkeit heraus, sondern definieren sich auch ein Stück weit über sie. Klar wollen wir dabei individuell sein, landen aber durch die modischen Regeln, die unsere Umgebung uns diktiert, doch immer wieder schnell in einer Schublade. Der neue Trend des No-Dresscode bietet eine Möglichkeit diese Schubladen aufzubrechen und die Regeln der Modewelt aufzuweichen.
Durch einen schrägen Twist macht der gewollte Stilbruch ein herkömmliches Outfit zu etwas besonderem und verleiht ihm das gewisse Etwas. Die ungewohnte Zusammenstellung soll dabei irritieren und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Styling-Regeln werden bewusst gebrochen.
Erreicht wird das durch den Mix von eigentlich unpassenden Stilen, Materialien, Mustern und Farben. Wichtig ist dabei die Gratwanderung zwischen gekonnt und daneben zu bewältigen. Der Übergang vom erkennbar gewollten Stilbruch zum Clown-Outfit kann fließend sein. Es ist also etwas Fingerspitzengefühl und Mut zum Ungewöhnlichen gefragt.

Auffallen im Club durch Stilbruch mit Stil
In der Club-Culture kann der Stilbruch schon mal eine Herausforderung sein. Schrille und ungewöhnliche Outfits sind hier schließlich ohnehin gang und gäbe. Es ist also etwas Einfallsreichtum gefragt, um auch in diesem Umfeld mit einem Stilbruch aufzufallen. Da es dabei darum geht, etwas dort zu platzieren, wo es eigentlich nicht hingehört, kann das insbesondere mit spießigen, klassischen Teilen und Edelaccessoires gelingen.
Pullunder, Fliege oder Edeluhr sind an Ravern eher selten anzutreffen und gerade deshalb geeignet mit den Szene-Konventionen zu brechen, wenn sie geschickt kombiniert werden. Klar, für den Abend im Club mal eben extra eine Rolex anzuschaffen, ist für die meisten von uns eher unrealistisch. Vielen Szenegängern wird der Name Rolex auch eher aus einem anderen Zusammenhang geläufig sein.
Wer aber das Erbstück von Opa in der Schublade hat, eine schicke Uhr für das Business-Outfit besitzt oder ohnehin eine gebrauchte Rolex Datejust als Wertanlage anschaffen möchte, kann das gute Stück auch als It-Piece im Club tragen.

Die Dos and Don’ts des No-Dresscode
Der No-Dresscode will die Regeln brechen. Aber kontrolliert – und deshalb sollten auch hier ein paar Guidelines beachtet werden:

Dos:

  • den grundsätzlichen Look durch ein bis maximal drei ungewöhnliche Teile ergänzen
  • Farben und Muster ungewohnt kombinieren
  • gegensätzliche Materialien kombinieren, z.B. Leder mit Spitze
  • werden Muster gemischt, sollten sie farblich abgestimmt sein und umgekehrt
  • Outfit-Bestandteile entgegengesetzt zu Umgebung oder Jahreszeit wählen, z.B. Boots zum Sommerkleid

Don’ts:

  • nicht willkürlich nach dem Zufallsprinzip, sondern gezielt kombinieren
  • nicht zu viele Farben und Muster mischen

Und ganz wichtig ist: Nicht verkleiden! Der No-Dresscode soll ein persönlicher Dresscode sein, in dem man sich wohl und authentisch fühlt!