RAW-Gelände: Bebauungsplan gescheitert – Clubs droht Räumung

Der Konflikt um das Berliner RAW-Gelände spitzt sich weiter zu. Die Kurth-Gruppe, Haupteigentümerin des RAW-West-Areals an der Warschauer Straße, hat das Bebauungsplanverfahren offiziell für gescheitert erklärt. Damit ist auch die bisher angestrebte Gesamtlösung vom Tisch, die rund 80 Kultur-, Gastro- und Nightlife-Betrieben langfristige Sicherheit geben sollte.

Die Konsequenzen sind unmittelbar: Laut Bezirksamt wurden bereits mehrere Räumungsaufforderungen verschickt. Statt eines gemeinsamen Plans für das gesamte Areal soll nun einzeln entschieden werden, welche Betriebe bleiben dürfen – und welche nicht. Für Clubs und Kulturorte auf dem Gelände bedeutet das eine akute Bedrohung ihrer Standorte.

Eigentlich war ein Deal vorgesehen: Die Eigentümer sollten den bestehenden Betrieben 30 Jahre Bleiberecht zu fairen Mieten garantieren, im Gegenzug hätten Bezirk und Politik grünes Licht für Neubauten gegeben. Geplant waren unter anderem Büros, Dienstleistungen, Wohnungen und ein Hochhaus. Die Verhandlungen zogen sich jedoch über Jahre hin und sind nun endgültig festgefahren.

Bezirk und Senatsverwaltung kritisieren den einseitigen Abbruch scharf und fordern die Kurth-Gruppe zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Für die Kulturakteure ist die Lage existenziell: Ohne verbindlichen Bebauungsplan könnte einer der wichtigsten Berliner Ausgeh- und Kulturstandorte weiter zerschlagen werden.

Quelle: Berliner Zeitung

Foto: Fridolin Freudenfett

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