
Die Pratersauna in Wien muss endgültig schließen. Der Club ist seit Mitte Dezember 2025 ohne offizielle Erklärung außer Betrieb.
Recherchen zeigen, dass anhaltende Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Unsicherheiten den Betrieb unmöglich machten. Am 21. Januar 2026 wurde über die Betreibergesellschaft Prater Nostra GmbH offiziell das Konkursverfahren eröffnet.
Hinter dem Aus steht ein komplexes Geflecht aus Miet- und Räumungsklagen. Betreiber war zuletzt die Prater Nostra GmbH von Sebastian Müller-Klasz, die jedoch nur als Untermieterin der RHC Invest GmbH fungierte, die dem Firmenumfeld von Martin Ho zugeordnet wird.
Streit um nicht weitergeleitete Mieten führte zu massiver Unsicherheit. Bereits zuvor war der Betrieb ins Stocken geraten. Nach der kurzzeitigen Festnahme von Martin Ho im Dezember 2025 zogen feministische Kollektive geliehenes Ton- und Lichtequipment ab.
Laut Müller-Klasz seien dadurch der Weiterbetrieb und eine geplante Silvesterparty verhindert worden. Ohne Technik war ein Clubbetrieb nicht mehr möglich. Die Insolvenz betrifft Forderungen in Höhe von Hunderttausenden Euro.
Laut Creditreform wurde das Verfahren auf Antrag eines Gläubigers eröffnet, Insolvenzverwalter ist Dr. Lukas Peichl. Forderungen können bis 3. März 2026 angemeldet werden, die Prüfungstagsatzung findet am 17. März am Handelsgericht Wien statt.
Die Pratersauna galt über Jahre als einer der wichtigsten Clubs für elektronische Musik in Wien. Das 1965 errichtete Gebäude wurde ab 2009 zum Club umgebaut und prägte mit House, Techno und markanter Architektur das internationale Renommee der Stadt.
Ein Sprecher des Ho-Umfelds erklärte, man sehe das „Modell Clubbing“ an diesem Standort als beendet an. Die Website des Clubs ist aktuell ebenfalls nicht mehr abrufbar.
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