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Der in Dresden geborene René Bourgeois wurde von Brands wie 16Bit, Art of Noise, Off oder Yello inspiriert. Heute, am 20. November veröffentlicht er mit der „Mes Amis“ EP Katalgonummer 47 auf seinem Stammlabel supdub. Freunde waren tatsächlich am Werk beteiligt, denn mit Bebetta fertigte er einen ganzen Track an, während Cascandy, Mario Aureo und auch Harry Axt Remixes beisteuerten. Das Jahr 2015 war für Bourgeois ein durchaus positives. Gründe genug, ihn und die anderen Protagonisten der EP zum Gespräch zu bitten.

René Bourgeois – Mes Amis EP (supdub Records)

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01. Mes Garçons
02. La Nuit feat. Bebetta
03. La Nuit feat. Bebetta (Mario Aureo Remix)
04. La Nuit feat. Bebetta (Harry Axt Remix)
05. I Love Juice
06. I Love Juice (Cascandy Remix)

RENÉ BOURGEOIS

Wie war der Sommer für dich und welche waren deine persönlichen Highlights?

„Um ehrlich zu sein, weiss nicht wo ich da anfangen soll. Der komplette Sommer war gespikt mit Highlights. Aber was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war mein Geburtstagswochenende. Es fing an mit dem Helene Beach Festival, wo wir eine eigene supdub-Stage hatten, die mitten im See lag. Der ganze Abend war atemberaubend. Am Samstag war ich vom ‚Zug der Liebe‘ total überrascht. Es wurde mit 10.000 Menschen gerechnet, es kamen aber weitaus mehr als 20.000 und es entstand eine grossartigen Atmosphere, wie früher bei der Loveparade, als sie noch über den Ku’damm zog. In der Nacht war ich noch auf einem Festival über das ein Monstersturm hinwegfegte. Komplette Zirkuszelte verabschiedeten sich in den Himmel, der Regen peitschte mir ins Gesicht und ich fror Mitte Juli als ob Minusgrade wären. Das allein wäre ja schon eine Gänsehaut wert. Jedoch war der krönende Abschluss am Sonntag das Sisyphos – meine offizielle Geburtstagsparty und alle meine Freunde waren da und spielten Megasets. Die Stimmung sowie das anschliessende Feedback war grandios. Das war, wie vorausgeahnt, ein wirklich legendäres Geburtstagswochenende!“

Du hast mit deinem Sohn ein Video aufgenommen, in dem er zu deinem Track im Auto mittanzt – wie wichtig ist er für dich als Künstler bzw. inwieweit inspiriert er dich?

„Meine Kinder sind, wie bestimmt viele Väter bestätigen können, eine Rieseninspiration und Motivation für mich. Schon zu den Geburten widmete ich jedem meiner Jungs einen Track. Warum ich öfters meinem ältesten Sohn Sachen vorspiele, ist ganz simpel. Ich liebe diese unschuldige Ehrlichkeit und diese kindliche Direktheit. Entweder ist etwas direkt richtig cool und alle wippen mit oder es ist eben Scheisse und es wird gebeten, dann doch wieder Radio anzumachen (lacht). Tatsächlich war es auch bei dem Maintrack ‚mes Garçons‘ meiner neuen EP so, nur das ich es diesmal auf Video aufnehmen wollte, um es mal meiner Frau zu zeigen. Mein Sohnemann reagierte aber zu dem Beat so cool, das ich es gern mit anderen teilen wollte und stellte es auf meine Privatseite bei FB. In kürzester Zeit hatte ich darauf 800 likes und wurde zig-mal geteilt. Das Resultat war, das diese Nummer unbedingt released werden musste. Ich spielte den fertigen Track dann erstmalig auf dem ‚Zug der Liebe‘ und der Tross hielt genau bei diesem Song unter einer Brücke vorm Kater Blau. Diese Atmosphere gepaart mit dieser besonderen Akustik war ein absoluter Gänsehautmoment. Durch die vielen resultierenden Handyvideos die dann dazu im Netz landeten, entstand ein regelrechter Hype. Dieser Hype um die Nummer hält sich bis heute. Jeden Tag bekomme ich Anfragen wann und wo es veröffentlicht wird. Nun ist es soweit.“

„La Nuit“ – ein Kooperationstrack mit Bebetta vertont für dich die Nacht spiegelt sie perfekt wieder. Wie sieht denn deine persönliche „perfekte Nacht“ aus, sowohl mit als auch ohne Club?

„Ich komme ursprünglich aus der Medienbranche und habe damals schon gern kleine Videos gedreht, geschnitten und vertont. Ich vertone und thematisiere sehr gerne Sachen. Als ich diesen Track produzierte, fühlte es sich an, als würde ich allein durch die Nacht streifen und es in vollen Zügen geniessen. Als die Soundskizze stand, erinnerte es mich irgendwie an den Sound von Anika (Bebetta) und kurzum fragte ich sie, ob wir in diesem Track kooperieren und wir ‚gemeinsam durch die Nacht spazieren‘ wollen. Wir sinnierten, schickten uns Spuren hin und her und schraubten solange an dem Track herum, bis wir mit der Vollendung mehr als zufrieden waren. Eine perfekte Nacht würde für mich mit einen guten Essen beginnen, dann ab in einen Club wo Leute, Personal, Soundsystem und Stimmung im Optimalform sind, wie zum Beispiel im Sisyphos, dann noch etwas mit seinen Freunden ausgiebig die Nacht ausklingen lassen, um letztendlich im eigenen Bett schlafen zu gehen. Nichts gegen Hotelbetten, aber das eigene Bett ist einfach das BESTE! (lacht)“

Als Remixer hast du neben Cascandy auch Mario Aureo und Harry Axt dabei – wie ist der Kontakt zu den drei und wie unterscheiden sich die jeweiligen Remixes für dich?

„Das sind drei ganz sympathische Kerle und Spitzen-Musiker. Bei Remixern mag ich gern immer die komplette Bandbreite und so ging es ganz rasch, dass ich die drei anfragte. Dabei übernimmt Mario den emotionalen, deepen Part und Cascandy ist extrem groovig. Harry ist eher der Verrückte und bastelt immer sehr zeitlose Remixe. Dieses Paket war für mich schlichtweg perfekt! Wir alle kennen uns schon länger auf unterschiedlichen Ebenen. Mit Mario und Bebetta habe ich schon öfters gespielt und wir waren uns von Anfang an sympathisch. Andreas kenn ich jetzt auch schon lange und dort geht das Freundschaftliche auch bis in den privaten Bereich. Daniel bzw. Harry ist mein ältester Freund seit 25 Jahren. Wir waren schon zusammen in einer Schule und lebten Anfang der 90er gemeinsam unsere Leidenschaft zur elektronischen Musik und dessen revolutionären Wandel in Berlin aus.“

Welche Projekte stehen für die kommenden Wochen und Monate an?

„Ich arbeite gerade an einer Nummer, die mir sehr am Herzen liegt. Es passiert ab und an mal, dass man einen Track baut, der einen ganz stark bewegt und in einem ganz tief etwas auslöst. Genau so ein Lied ist das. Ich hab mir dafür die reizende Sängerin Emma Kollmorgen mit ins Boot geholt, die diesen Song auch sofort spürte und ihren Teil in Form ihres wundervollen Gesangs beisteuerte. Mir kommen immer fast die Tränen, wenn ich diese wunderbare Symbiose höre. Nebenher arbeite ich noch an einigen Remixen und an einen Exklusivtrack für unsere anstehende 10-Jahre-supdub Compilation. Auf die darf man sich auch freuen, da dort nicht nur Neues Zeug von unseren aktuellen Supdubern wie zB. Morris oder Carlo Ruetz drauf sein wird, sondern auch von alten Bekannten und supdub-Wegbegleitern, wie Heinrichs & Hirtenfellner, Dan Caster oder Niconé. Alle werden dort wieder für diese eine Compilation musikalisch vereint sein.“

Highlights, die in den kalten Wintermonaten auf dich warten?

„Winterzeit ist Clubzeit. Darauf freue ich mich immer besonders. Der Sound ist dann auch etwas härter und dreckiger. Darauf stehe ich momentan sehr. Die nächsten Monate sind kalendarisch voll mit coolen Gigs. Besonders freue ich mich auf die Abende und Veranstaltungen mit meinen drei Familien – der supdub-Family, der 3000 Grad-Familie und insbesondere natürlich mit meiner eigenen kleine Familie zu Hause, die mich eigentlich wie jedes Jahr nur am 24.12. in ihrem Kreise haben. Dafür machen wir dann meist im Januar einen ausgedehnten Familienurlaub in wärmeren Gefilden.“

BEBETTA

Wie kam es zu der Kooperation mit René und wie waren eure ersten Gedanken, als du/ihr den Track bzw. die Ansätze gehört habt?

„René und ich sind uns schon das ein oder andere mal über den Weg gelaufen und er hatte damals einen Remix zu meiner ‚Herr Kapellmeister EP‘ beigesteuert. Vor ein paar Wochen schrieb er mir dann über Facebook von seiner Idee und hat mir seinen Entwurf vom Track rüber geschickt. Mir hat die Stimmung direkt gefallen, so dass ich auf die Zusammenarbeit Bock hatte.“

Wie kann man sich eine Zusammenarbeit mit René vorstellen und was schätzt du daran am meisten?

„Zuerst hat das ganze auf digitalem Wege stattgefunden, indem man sich Spuren so lange hin und her schickte, bis der Track seine endgültige Form annahm. Danach hat René auch noch ein gemeinsames Fotoshooting mit allen Künstlern auf die Beine gestellt. Auch sonst steckt er sehr viel Energie ins Projekt. Das schätze ich sehr!“

Stehen weitere Projekte noch an?

„Bei mir steht sonst noch eine Veröffentlichung eines Remixes für Melokind an und außerdem arbeite ich noch an was für Monaberry.“

MARIO AUREO

Wie kam es zu der Kooperation mit René und was war dein ersten Gedanken, als du den Track gehört hast?

„Ich habe Rene letztes Jahr beim 3000° Festival persönlich kennengelernt und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden! Am nächsten Tag sind wir dann noch gemeinsam nach Berlin zurück gefahren und danach einfach über dieses blaue soziale Netzwerk in Kontakt geblieben. Letztens hatten wir dann wieder geschrieben weil Rene einen Track vom Ritter Butzke Studio Label (welches ich mitbetreibe) gespielt hatte. In diesem Gespräch kam dann auch ganz beiläufig die Anfrage für den Remix auf Supdub. Als ich den Track dann das erste Mal hörte schossen mir gleich einige Ideen durch den Kopf wie ich diverse Elemente des Originals in einer eigenen Interpretation einsetzen würde und somit war klar, dass ich für den Remix zusagen muss!“

Wie kann man sich eine Zusammenarbeit mit René vorstellen und was schätzt du daran am meisten ?

„Naja eine wirkliche „Zusammenarbeit“ im ursprünglichen Sinn ist es bei einem Remix ja nicht! Aber was ich durch den regeren Kontakt an Rene schätzen gelernt hab ist, dass er sehr strukturiert und verlässlich ist. Das hat das Arbeiten für mich auch deutlich entspannter gestaltet weil immer alles zum besprochenen Zeitpunkt ankam und man dadurch selbst viel fokusierter auf das Projekt war! Daher ging es mit dem Remix am Ende auch recht schnell und es ist denk ich trotzdem ein vorzeigbares Ergebnis dabei entstanden (lacht)“

CASCANDY

Wie kam es zu der Kooperation mit René und was war dein ersten Gedanken, als du den Track gehört hast?

„Na wie das nun mal so abläuft. Er hat angefragt, wahnsinnig viel Geld bezahlt und dann hab ich halt OK gesagt. (lacht). Außerdem mag ich Saft! Saft ist super und hilft mir jeden Abend beim einschlafen. CASCANDY LOVES JUICE!“

Du hast schonmal einen erfolgreichen Remix als Andreas Henneberg für René gemacht. Wie kann man sich die Zusammenarbeit mit René vorstellen? 

„Ja das ist wahr. Wisst Ihr, ich bin im Endstadium meiner Schizophrenie angekommen und weiß manchmal nicht so recht, was der Andere alles so anstellt. Daher gab es vor etwa einem Jahr schon einmal einen Henneberg Remix von Rene’s ‚Everyones Face In One Direction‘ Titel. Witziger Weise ebenfalls auf dem Label Supdub. Die Zusammenarbeit mit René ist super! Er überweist einfach sehr viel Geld, ich sitz im Studio und bastel Beatz. Wir sind da ein gutes Team. (lacht).“

Wie siehst du ihn als Musiker und was schätzt du an dem Menschen René?

„Wer ist jetzt René? Ach dieser Supdub-Typ. Ja der ist super! Cascandy kennt Ihn erst seit kurzem, hält aber sehr viel von René’s Skills, den Produktionen und seinem lockeren Portmonee. TOP! Andreas Henneberg und René sind schon lange gute Freunde und treffen sich ab und zu auch mal zur Pool Party in seinem Garten. The Glitz und René erfreuen sich einer rein platonischen Beziehung zueinander, die absolut nichts in diesem Interview verloren hat. Wir alle haben René sehr gerne.“

HARRY AXT

Wie kam es zu der Kooperation mit René und was war dein ersten Gedanken, als du den Track gehört hast?

„René spielte mir das Original vor und das hat mir gut gefallen. Als ich dann anschliessend alle Parts bekam, hatte ich auch sofort die Eingebung daraus eine coole Technonummer zu zaubern.“

Euch verbindet eine jahrelange Freundschaft. Was schätzt du an dem Menschen René?

„René und ich sind schon seit der Schulzeit Freunde. Er ist genau so ein verrückter Musik-Nerd wie ich. Sehr bodenständig und familiär. Wir grillen oft miteinander und da werden wahnsinnig viele Würstchen vertilgt, René schafft dabei am meisten. (lacht). Was ich auch noch cool finde, ist seine Band-T-Shirt Collection (lacht nochmal)“

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