Für die Titelstory der ersten Ausgabe von FAZE haben wir ein ausführliches Interview mit einem der Masterminds schlecht hin geführt. Ricardo Villalobos. Hier könnt ihr, noch vor dem Start des Heftes, einen kleinen Auszug lesen:

Ricardo, wie schwierig ist es für dich, mit dem ganzen Hype, der um deine Person herum entstanden ist, umzugehen? 

„Er ist mein größter Feind. Ich werde Opfer meines Erfolges, bekomme extrem viel Aufmerksamkeit und es wird viel zu viel von mir erwartet. Doch eigentlich geht es doch wirklich nur darum, gemeinsam eine schöne Party mit seinen Freunden zu feiern, kollektiv eine gute Zeit zusammen zu verbringen. Und da bin nur ein Bestandteil der ganzen Sache. Dieses Feiern einer Person und die spezielle Aufmerksamkeit und Verantwortung, die einem praktisch in die Schuhe geschoben wird, sie sind wirklich mein größter Feind. Ich versuche, Methoden zu finden, es nicht mehr so an mich heranzulassen. Eben weil ich im Endeffekt einfach mit meinen Freunden eine schöne Party feiern und etwas zu deren Gelingen beitragen will. Ich bin genauso wichtig wie jeder einzelne Tänzer, wie der Türsteher oder der Typ, der die Boxen aufbaut. Und nichts anderes. Demgegenüber ist dieser ganze Hype natürlich extrem. Aber man lernt, irgendwie damit umzugehen. Das hängt auch von der Tagesform ab. An manchen Tagen kommt man besser damit klar als an anderen.“

Welche Vorurteile und Geschichten über dich, die in der Öffentlichkeit kursieren oder auf dich projiziert werden, nerven dich denn am meisten? 

„Sachen, die in der Öffentlichkeit passieren, etwa im Internet, die lasse ich gar nicht an mich heran. Wenn sich etwa irgendwelche Gruppen von Leuten im Internet darüber auslassen, ob die Party jetzt gut oder schlecht war, setze ich mich nicht damit auseinander. Ich habe auch schon seit drei Jahren keine E-Mail-Adresse mehr, mache keine digitale Promotion. Das ist mir alles ein viel zu großes Diktat, dem ich mich nicht aussetzen will. Oder wenn ich auf Partys spiele und eine einzige Person einem versucht zu erklären, dass das, was man macht, scheiße ist, kostet das einen extrem viel Energie, darüber hinweg zu kommen. Da braucht man wirklich 20 bis 30 Minuten, um sich wieder zu sammeln. Man versucht ja, auf die Person einzugehen. Ein andere Beispiel ist, wenn Leute Partys vergleichen. Man kann doch keine Party, keine Situation mit der anderen vergleichen! Menschen, die in ihrem Denken ihr Leben lang Dinge moralisch vergleichen, tun mir leid. Man kann keinen Sex vergleichen und man kann auch keine Party vergleichen. Es ist einfach ein Moment, zu dem sehr, sehr viele Faktoren gehören, die entscheiden, ob eine Party gut wird oder nicht. Der Sound, die Mischung der Leute … Und wenn man es mal nicht so macht, wie es jemand erwartet hat, bekommt man gleich die volle Breitseite. Und das ist manchmal schwierig zu verdauen. Doch auch damit lernt man umzugehen.“

Die erste Ausgabe von FAZE liegt ab dem 2. März am Kiosk.