Der A&R-Scout Raj Chaudhuri reichte Anfang Februar eine Klage gegen das alteingesessne Dance-Label R&S Records ein, in der es um Rassendiskriminierung und ungerechtfertigte Kündigung geht. Die Anschuldigungen belasten vor allem Label-Mitbegründer Renaat Vandepapeliere, der laut Chaudhuri sich unter anderem geweigert hatte, die Zusammenarbeit mit einem Künstler,  der antisemitische Nachrichten online gepostet hatte, zu beenden. Ferner soll er einige farbige Künstler des Labels als „schrecklich“ und „Mist“ bezeichnet haben. Unmittelbar nachdem diese Bezichtigungen ans Tageslicht kamen, äußerte sich R&S Records via Facebook zu der Thematik. Wir hatten bereits hier ausführlichst darüber berichtet.

In einer neuen Erklärung, die am 9. April geteilt wurde, gab das Label bekannt, dass Vandepapeliere eine „vollständige Aussage bei der Metropolitan Police gemacht hat, die sich auf einen Vorfall bezieht, bei dem ein selbstständiger Teilzeit-Scout des Unternehmens bösartige Mitteilungen verschickte und im September 2020 versucht hat, das Label und seinen Gründer zu erpressen“.

Das Statement bezieht weiterhin Stellung zu Chaudhuris Vorwürfen. Vandepapeliere nehme diese Sache „sehr ernst“. Die Anschuldigungen werden vehement bestritten: „Diskriminierung ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und jede Behauptung ist beleidigend, wenn sie so sehr im Widerspruch zur Wahrheit steht“, hieß es. „Wir empfinden es als respektlos gegenüber denjenigen, die tatsächlich Opfer von Diskriminierung sind oder waren.“ Außerdem steht in der Erklärung, dass der Gründer des Labels „alles andere als ein Rassist oder ein Sexist ist – ganz im Gegenteil„. In der Stellungnahme heißt es außerdem, dass Vandepapeliere bei dem Signing von Artists „nicht die Identitätspolitik in den Vordergrund stellt“, sondern „sorgfältig auf das musikalische Talent achtet“. Eine der Behauptungen gegen den Labelchef war, dass er sich mit einigen der Künstler, die Chaudhuri unter Vertrag nehmen wollte, aufgrund ihrer Rasse oder ethnischen Zugehörigkeitunwohl“ gefühlt habe. Die Erklärung endete mit der Aussage, dass ein Polizeibericht eingereicht und Anwälte beauftragt worden seien.

In den sozialen Medien wurde das Label von Nutzer*innen kritisiert, da R&S die Polizei auf eine farbige Person angesetzt habe. Das Statement wurde als „feige“ und „erbärmlich“ beschrieben. Andere sind der Meinung, dass das Statement Gaslighting an dem ehemaligen Mitarbeiter sei und man seine Unterstellungen nicht ernst nehme.


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