Rudimental ist mehr als eine Band oder ein Musikkollektiv – Rudimental ist ein Ereignis. Live on Stage als Band, als DJ-Team oder im Studio. Die Band aus dem Londoner Stadtbezirk Hackney scheut keine Genre-Grenzen und schielt immer auf den Dancefloor, und das seit 2012. Gut so. In diesen Tagen erscheint das neue, mittlerweile vierte Album der Band mit dem Titel „Ground Control“, weswegen wir die vier zum Interview gebeten haben.

Vor zehn Jahren erschien das erste Rudimental-Album mit dem Titel „Home“. Das Album erreichte im United Kingdom sofort die Position #1. Jetzt, eine Dekade später, ist Rudimental relevanter denn je. Und das nicht nur im Königreich. Auf die Frage hin, was das Geheimrezept von Rudimental sei, um als vierköpfiges Produzententeam immer auf einen gemeinsamen musikalischen Nenner zu kommen, erklären sie: „Es hilft uns einfach immens, dass wir vier gemeinsam aufgewachsen sind und uns schon so lange kennen. Zudem saugen wir immer alles auf. Wenn wir auf Tour sind, lassen wir uns inspirieren, und wenn wir wieder in London sind, lassen wir uns von unserer Heimat beeinflussen. Von den Clubs und von den Menschen hier.“

Amir Izadkhan aka Analog Kid, Leon Rolle aka DJ Locksmith, Kesi Dryden und Piers Aggett aka DJ Darka – jeder der vier bringt spezielle Fähigkeiten mit in Rudimental ein. Fähigkeiten, aus denen sich die unverwechselbaren Produktionen entwickeln, wie Amir erklärt: „Jeder von uns ist ein guter Produzent mit viel Erfahrung, aber jeder spielt auch ein anderes Instrument. Zudem sind wir sehr offen, was Musikstile betrifft. Wir lieben Jungle und Drum ’n’ Bass genauso wie House und Garage oder Hip-Hop und Soul. Das sorgt dafür, dass unsere Songs so vielseitig sind. Wir haben eine tolle Mischung aus verschiedenen Vorlieben und Fähigkeiten.“

Auf die Frage hin, inwiefern sich das neue Album vom Vorgänger „Toast To Our Differences“ unterscheide, erklärt Kesi: „Das neue Album wurde begonnen während der Pandemie und beendet während der Pandemie. Wir wurden nicht abgelenkt durch das normale Tour-Leben. Wir mussten nicht von einem Kontinent zum nächsten reisen. Deswegen waren wir sehr fokussiert. 

Vor Kurzem feierte England den „Freedom-Day“ – die Rückkehr zur Normalität. Clubs und Events sind wieder erlaubt. Toll, wie Rudimental finden: „Es fühlt sich toll an, dass wir wieder mit unseren Fans interagieren können. Wir nähern uns der Normalität an. Wir hatten bereits wieder einige Auftritte. Sowohl als Band als auch mit DJ-Sets. Es war toll, dass die Menschen unsere Songs gesungen haben.“

Die erste Single des Albums ist eine Neu-Interpretation des UK-Garage-Klassikers „Straight From The Heart“. Und das aus gutem Grund, wie Amir erläutert: „Garage war ein sehr wichtiger Einfluss für uns während unseres Heranwachsens. Das erste Mal in Clubs zu gehen, passierte zu Garage-Sounds. Deswegen ist dieser Track für uns etwas sehr Besonderes. Es ist eine Hommage von uns an die Musik, mit der wir aufgewachsen sind.“

Es gibt sehr viele Kollaborationen auf „Ground Control“. Wie diese zustande gekommen sind, erklärt Kesi: „Das Erarbeiten des Albums war so intensiv wie noch bei keinem unserer Alben zuvor. Das hängt damit zusammen, dass wir so viele Gast-Vokalisten dabeihaben. Wir verfolgen die hiesige Szene an Produzent*innen und Rapper*innen schon seit jeher, aber dieses Mal hatten wir die Zeit, uns viele verschiedene Talente einzuladen. Das macht dieses Album so besonders.“

Das können wir nur unterschreiben. Hört es euch an. Jetzt!

Das Rudimental-Album „Ground Control“ ist via Warner Music erschienen. 

 

Aus dem FAZEmag 115/09.21
Text: Hanz e Def
www.instagram.com/rudimentaluk