Sama‘ Abdulhadi: fabric Mix digital und als Vinyl erhältlich

Wer erinnert sich nicht gerne daran: 2018 gelang Sama‘ Abdulhadi ihr weltweiter Durchbruch mit einem Set für Boiler Room aus dem Herzen von Ramallah in Palästina. Über 12 Millionen Klicks erreicht das Video bis heute.

Zu sehen und zu hören: Der palästinensische Untergrund, tanzende Menschen und im Mittelpunkt Abdulhadis Techno. Eine Bewegungsfreiheit, die vielen ihrer Landsleute verwehrt bleibt – und wohl noch lange verwehrt bleiben wird.

Die Produzentin, die 2020 noch wegen eines Auftritts in einer Moschee verhaftet wurde (FAZEmag berichtete), sagte dem Guardian 2023 noch, sie wolle Palästina perfekt repräsentieren. Das alles geschah vor dem 7. Oktober, als etwa 1.200 Menschen einem Terrorangriff der Hamas in Israel zum Opfer fielen.

Kurz darauf und während der anhaltenden Vergeltungsschläge Israels, durch die mittlerweile über 22.000 Menschen starben, veröffentlichte fabric einen neuen Mix von der 34-Jährigen. Es hätte ein feierlicher Anlass werden sollen, der Mix wurde lange vor den Kämpfen geplant.

Sama‘ Abdulhadi schien sich der Bedrohung dennoch bewusst zu sein. Schon im Januar 2023 sagte sie beim Guardian-Interview: „Es gab eine Zeit, da kauften Leute aus Deutschland Tickets und flogen für Partys nach Palästina. Aber jetzt kommt niemand mehr.“

Ihre Anhänger dürfen sich trotzdem darüber freuen, dass die 73 unerbittlichen Minuten Techno nun zu hören sind. Mit dabei, ihre Single „Well Fee“ mit der palästinensischen Sängerin Walaa Sbeit, ein finsterer Track, der vor Intensität strotzt.

Von dem Gesamtwerk könnt ihr u.a. auf Bandcamp überzeugen. Darauf zu hören sind dann auch Acts wie Sylvie Miles, Michael Klein, Carbon und Lutgens. Neben dem digitalen Album könnt ihr euch dort auch eine von Michael Colton erstellte Doppel-Vinyl des Mixes sichern.

Quelle: Pitchfork

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