„Satanistische Visuals“? Anyma-Gig in Istanbul abgesagt

Das für den 12. September geplante Konzert von Anyma in Istanbul ist abgesagt worden. Die Veranstaltung des italienisch-argentinischen Produzenten sollte in der Ataköy Marina Arena stattfinden.

Türkische Medien berichten übereinstimmend, dass die İstanbul Valiliği die Veranstaltung nicht genehmigt beziehungsweise deren Durchführung untersagt hat. Der Entscheidung soll eine Kontroverse um die Visuals von Anyma vorausgegangen sein.

In sozialen Netzwerken wurden einzelne Elemente seiner aufwendig produzierten Bühnenshows als satanistische oder okkulte Symbole interpretiert. In der Folge entstanden Forderungen, das Konzert abzusagen.

Besonders deutlich positionierte sich die religiös ausgerichtete Gewerkschaft Mil-Diyanet-Sen. Sie griff Anyma am 2. September wegen seiner Visuals an und forderte unter anderem das türkische Innen- und Kulturministerium sowie die İstanbul Valiliği dazu auf, die Veranstaltung zu verhindern.

Die Organisation sprach von „schwarzer Magie“, okkulten Symbolen und einer angeblichen Verbindung zu satanistischen Ritualen. Noch am selben Tag wurde die Absage des Konzerts von mehreren türkischen Medien gemeldet.

Yeni Şafak titelte sinngemäß, der „als Kunst getarnte Satanismus“ habe in Istanbul keinen Platz. Auch Sözcü, Haberler, Cumhuriyet, BirGün und weitere Medien berichteten über die Entscheidung der Valilik.

Auch englischsprachige Medien wie Türkiye Today und We Rave You stellen einen Zusammenhang zwischen Kritik und Absage entsprechend dar. Türkiye Today berichtet, die Behörden hätten das Konzert nach der öffentlichen Kritik an den als satanistisch und pagan interpretierten Bildern untersagt.

Eine ausführliche offizielle Begründung der İstanbul Valiliği liegt allerdings bislang nicht vor. Entsprechend sollte die Behauptung, das Konzert sei ausdrücklich „wegen satanistischer Visuals“ verboten worden, mit einer gewissen Vorsicht formuliert werden.

Interessant ist zudem, dass die Diskussion um Anyma und vermeintlich okkulte Elemente seiner Shows in der Türkei nicht völlig neu ist. Bereits bei seinem Istanbul-Auftritt im Jahr 2024 wurden Teile seiner visuellen Inszenierung in sozialen Netzwerken mit satanistischen Ritualen in Verbindung gebracht. Damals fand die Veranstaltung allerdings statt.

Zum Zeitpunkt der Absage wurden die Shows von Anyma weiterhin auf dessen offizieller Website für den 12. September in Istanbul geführt. Auch Veranstalter- und Ticketseiten zeigten die Veranstaltung zunächst noch an.

Die Absage dürfte daher für viele Besucher kurzfristig gekommen sein. Internationale Fans hatten ihre Reise nach Istanbul teilweise bereits geplant. Ob und in welcher Form Anyma beziehungsweise der Veranstalter die Show nachholen oder Tickets erstatten werden, ist derzeit noch offen. Ein Statement seitens der Musikers steht ebenfalls noch aus.

Quelle: Türkiye Today

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