In der Alfred-Fischer-Halle in Hamm fand am vergangenen Wochenende eine Party mit Amelie Lens, Farrago, Henning Baer und Regal statt. Während die Raver angesichts dieses Line-ups wahrscheinlich ordentlich Spaß hatten, waren die Anwohner wohl eher weniger begeistert. Wie der Westfälische Anzeiger berichtet, seien demnach etliche Beschwerden bei Polizei, Stadt und Zeitung bezüglich der zu hohen Lautstärke eingegangen.

Ein besonders großer Dorn im Auge der Betroffenen war wohl offenbar die Art der Musik, die gespielt wurde. Konzerte oder auch 90er-Jahre-Partys die oftmals in der Alfred-Fischer-Halle stattfinden, würden grundsätzlich kein Problem darstellen – Techno hingegen schon.

„In der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember waren die Bässe der Musik […] so laut, dass es unmöglich war, ungestört zu schlafen“, berichtet ein Leser des Westfälischen Anzeigers.

Eine weitere Person schrieb stichpunktartig: „Starke Ruhestörung der Anwohner am Hämmschen durch DJ Festivals“ … „bis 8 Uhr morgens hämmernde Beats…“.

Große Fragezeichen bildeten sich auch bezüglich der Genehmigungen. Ein Anwohner fragte sich, wer diese denn wohl erteilen würde. Dabei liegt die Antwort eigentlich auf der Hand: Natürlich die Stadt Hamm. Die Veranstalter vom Studio in Essen hatten um eine Aufhebung der Sperrstunde (zwischen 5 und 6 Uhr) gebeten, woraufhin die Stadt der Bitte nachkam.

Ob die Stadt allerdings auch die hohe Lautstärke genehmigte, darf bezweifelt werden. Ein Stadtsprecher sagte zwar, dass jeder Nutzer der Halle entsprechende Hinweise auf den Lärmschutz erhalte, jedoch wurden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Musikrichtungen dem Anschein nach außer Acht gelassen. Tieftöne werden sehr schnell und weit getragen, was durch Baukörper zudem noch begünstigt wird. Das erklärt auch, warum es in den letzten 15 Jahren so gut wie keine Beschwerden gegeben hatte: 90er-Jahre-Musik oder Konzerte sind eben nicht so basslastig wie Techno. Die Stadt war sich diesen Umständen nicht bewusst, will sich jedoch lernfähig zeigen und neue Grenzwerte festlegen.

Der Veranstalter widerspricht hier aber der Darstellung des Westfälischen Anzeigers und stellt klar: 
„Die Polizei war um 6 Uhr wegen der Beschwerde da, hat keine Probleme festgestellt, kurz nach der Genehmigung zur Aufhebung der Sperrzeit gefragt und war dann wieder weg. Wir mussten noch nicht mal leiser machen, weil wir gesetzlich völlig im Rahmen der Lärm- und Schallschutzemissionen waren.“

Für die Raver war die Party ein voller Erfolg: Techno-Fans aus dem gesamten Ruhrgebiet pendelten in Scharen in die Alfred-Fischer-Halle in Hamm.

Die Veranstalter vom Studio Essen laden am 28. Dezember zur Drumcode-Party in der Westlandhalle in Essen ein: www.facebook.com/events/396207781051220

 

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Vorschaubild Amelie Lens: Eva Vlonk