Sechs Jahre Haft für Rave-Veranstalter? Jugendliche wehren sich

Sechs Jahre Haft für Rave-Veranstalter? Jugendliche wehren sich

Mitte Dezember fand in einem stillgelegten Straßentunnel im Sarntal in Südtirol ein nicht angemeldeter Rave statt.

Dutzende bis deutlich über 50 Personen versammelten sich dort, bauten Musikanlagen auf und feierten teils über mehr als einen Tag. Der Tunnel ist offiziell gesperrt, weshalb die Carabinieri einschritten.

Die Polizei beendete die Party, identifizierte rund 40 Anwesende, beschlagnahmte Fahrzeuge mit Soundequipment sowie Bargeld und erstattete Anzeigen. Für die mutmaßlichen Veranstalter könnte der Vorfall schwerwiegende Folgen haben, da das Anti-Rave-Dekret der Meloni-Regierung von 2022 (FAZEmag berichtete) greift.

Bei unerlaubten Versammlungen mit mehr als 50 Personen an nicht genehmigten Orten drohen Haftstrafen von drei bis sechs Jahren sowie weitere strafrechtliche Konsequenzen. Jugendorganisationen wie die Young Greens Southtyrol kritisieren diese Gesetzgebung als unverhältnismäßig repressiv und sehen darin eine Kriminalisierung von Raves.

„Härter als für fahrlässige Tötung im Straßenverkehr oder Stalking“, geben die Young Greens zu bedenken. Das Gesetz kriminalisiere junge Menschen, „die einfach nur gemeinsam feiern wollen – in einem Land, das ihnen kaum legale Alternativen bietet“, heißt es in ihrer Stellungnahme.

Die Organisation fordert mehr legale Freiräume für Jugend- und Subkultur. „Nicht nur zu Silvester, sondern das ganze Jahr über brauchen junge Menschen in Südtirol sichere, selbstverwaltete Freiräume“, so die Young Greens.

Fehlende Angebote würden Jugendliche in die Illegalität oder zur Abwanderung treiben. „Kein Wunder, dass so viele das Land verlassen“, heißt es. Der viel beklagte Braindrain habe auch damit zu tun, „dass die Bedürfnisse junger Menschen hier oft nicht ernst genommen werden“.

Abschließend fordern die Young Greens: „Ein Recht auf Party ist ein Recht auf Freiheit.“

Quelle: Tageszeitung

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