Solomun


Man könnte meinen, dass mittlerweile jeder deutsche Künstler verstanden hat, dass man Koran-Verse und ähnliches niemals in seine Sets einbauen sollte. Schön wär‘s. Der nächste Übeltäter ist Solomun, der einen Gebetsruf am vergangenen Wochenende beim Kappa Futur Festival sampelte und dafür Kritik und Empörung erntete.

Dax-J und Acid Pauli haben es schon vorgemacht. Durch das Spielen der religiösen Gesänge in Nachtclubs anderer Länder bekamen sie nicht nur Probleme mit dem anwesenden Publikum und den Clubbesitzern, sondern auch mit den Behörden. Es folgten Schließungen der Clubs, Drama, öffentliche Entschuldigungen und im Fall von Dax-J sogar ein Haftbefehl in Abwesenheit.

Als Headliner des begehrten Festivals in Tourin, Italien, war Solomun am Samstagabend alle Aufmerksamkeit sicher. Als er den islamischen Gebetsruf spielte, spürte er laut eigenen Angaben eine Veränderung der Atmosphäre. Kurze Zeit später machten ihn die ersten Personen darauf aufmerksam, dass er gerade unwissentlich den religiösen Gesang spielte, und wechselte nach dem ersten Break den Track. Glücklicherweise waren die Auswirkungen hier nicht so dramatisch wie bei den anderen beiden Künstlern. Dennoch entschuldigte sich Solomun öffentlich und beteuerte, dass er selber religiös sei, sich schäme und bat um Vergebung. Seiner Aussage zufolge war das Stück eine Demo eines anderen Künstlers, in die er nur kurz hineingehört hatte, und von der nicht wusste, worum es sich tatsächlich handelte.

Trotz, dass ihm der Fehler relativ schnell auffiel bemühte sich Solomun darum, dass es keine Aufnahmen seines Sets im Internet zu finden gibt. Der bosnisch-deutsche DJ bedankte sich außerdem bei allen, die ihn auf den fatalen Fehler hingewiesen hatten, und betonte, dass ihm die ganze Sache leid tue und er den Produzenten des Tracks davon abgeraten habe das Stück zu veröffentlichen. Nochmal Glück gehabt…

 

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