
Elon Musks Plattform X Corp hat in den USA eine Kartellrechtsklage gegen die National Music Publishers‘ Association (NMPA) sowie 18 große Musikverlage eingereicht, darunter die Publishing-Arme von Sony Music, Universal Music und Warner Music. Die Klage wurde am 9. Januar 2026 vor einem Bundesgericht in Texas eingereicht.
X wirft den Verlagen wettbewerbswidrige Absprachen vor. Konkret geht es um koordinierte DMCA-Löschungsaufforderungen, mit denen die Plattform zu branchenweiten Lizenzverträgen zu aus X-Sicht überhöhten Konditionen gedrängt worden sein soll. Laut Klageschrift sei X seit Ende 2021 systematisch mit Takedown-Notices überzogen worden – allein im ersten Jahr seien mehr als 200.000 Inhalte betroffen gewesen, insgesamt rund 500.000 seit 2023. In der Folge seien über 50.000 Accounts gesperrt worden.
Zentral ist der Vorwurf, die NMPA kontrolliere gemeinsam mit den beteiligten Verlagen über 90 Prozent des US-Marktes für Kompositionsrechte und nutze diese Marktmacht gezielt aus. X beruft sich dabei auf interne Kommunikation, in der angeblich massive Löschungen angekündigt wurden, falls keine Lizenzvereinbarung zustande komme.
Die Verlage weisen die Vorwürfe zurück. Branchenvertreter argumentieren, es handle sich um gängige Praxis: Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram verfügen seit Jahren über entsprechende Lizenzdeals. X sei derzeit das einzige große Netzwerk ohne umfassende Vereinbarung.
Der Rechtsstreit ist auch für die elektronische Musikbranche relevant. Major Publisher verwalten große Teile der Kataloge von Techno-, House- und EDM-Produktionen und beeinflussen maßgeblich, wie DJ-Clips, Set-Mitschnitte oder kurze Musikvideos auf Plattformen genutzt werden dürfen. Das Verfahren könnte daher Signalwirkung für das Verhältnis zwischen Musikindustrie, Social Media und Clubkultur haben.
Foto: TED Conference via Flickr
Quelle: Musikexpress
Auch interessant: