Was in den letzten Jahren von jenseits des Atlantiks in Sachen House-Musik hier in Europa angespült wurde, ist weit mehr als nur das übliche Strandgut, es ist eine beachtliche Welle von Acts, die momentan den Taktstock schwingen und mit ihrem Sound für ordentlich Abwechslung sorgen: Sei es die Wolf+Lamb-Crew, Art Department, Deniz Kurtel, Maceo Plex, die Visionquest-Crew oder eben Soul Clap. Das aus Boston stammende Duo hat einen gänzlich undogmatischen musikalischen Ansatz und kann damit so befreit aufspielen, dass man das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Oder liegt es doch nur am schrägen Cover, den Kostümen und dem charmanten Puppen-Videoclip? Gehört alles dazu, aber was uns Eli Goldstein und Charles Levine vor allem auf ihrem Debütalbum „EFUNK“ präsentieren, zieht uns wirklich die Mundwinkel nach oben und nährt den Bewegungsapparat, sobald dieser eine Tanzfläche geortet hat.


Gut vier Jahre ist es her, dass die beiden ihre erste Single herausbrachten und kurze Zeit später auf das Wolf+Lamb-Kollektiv stießen. Eine folgenreiche Bewegung, denn hier trafen sich Gleichgesinnte, die fortan oft gemeinsam in Erscheinung traten und deren vorläufiger Höhepunkt sicherlich die letztjährige Ausgabe der „DJ-Kicks“ war. Doch nun endlich präsentieren Soul Clap nach diversen EPs, Edits und Remixen ihr Debüt im Langformat auf dem Wolf+Lamb-Label. „Natürlich habe wir schon eigene Sachen veröffentlicht bisher, aber das hier ist jetzt unser Album, und es ist unser persönliches Statement, das von Herzen kommt und das wir auch gerade als sehr aufregend empfinden“, sagt Eli und Charles ergänzt: „Es ist das erste Mal, dass wir wirklich ernsthaft mit Songstrukturen arbeiten, Texte schreiben und mit Vokalisten zusammenarbeiten. Nicht dass wir Remixe z.B. nicht ernst nehmen, aber sie kommen aus einem anderen Kontext, und das hier war schon eine richtig neue Herausforderung.“ Während das meiste Material vorher fast immer unterwegs zwischen irgendwelchen Gigs entstand, haben sie sich für „EFUNK“ nach Miami zurückgezogen und erstmals zusammen in einem Studio gesessen – ein weiteres Indiz für ihre ernsten Absichten und den Stellenwert des Albums. Und das Ergebnis entspricht auch dem, was man von einem homogenen und in in sich geschlossenem erwarten kann. Keine bloße Trackansammlung, sondern ein sehr ausgeklügeltes Konstrukt, mit Tempowechseln, Genrereichtum und einer ganzen Horde von Gastmusikern und –sängern. „Dafür stehen wir und das W+L-Kollektiv, dass wir viele Gäste haben, die sich und ihre Energie einbringen, um dann herauszufinden, wie es zu Soul Clap wird“, erklärt Charles.

Aber bei aller Ernsthaftigkeit im Entstehungsprozess des Albums sehen sie sich in erster Linie als DJs und Entertainer, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Der Spaß steht im Vordergrund, die Leute wollen schließlich unterhalten werden, und dazu gehört dann natürlich auch der neue Video-Clip des Albumtitels „Clapping Song“, in dem man sie als Muppet Show-ähnliche Puppen sieht, oder auch die schräge Kostümierung für die aktuellen Pressefotos. „Unser Job ist es, die Leute zum Tanzen zu bringen, bis zum Ende der Nacht, bzw. zum Ende der Party. Und was du auf unseren Pressefotos siehst, wie wir uns bei Interviews verhalten oder wie wir auf der Bühne agieren, das ist exakt so, wie wir wirklich sind. Wir mögen es, eine schöne Zeit zu haben, Party zu machen, wir lieben und werden geliebt.“

Und entziffert man nun den Albumtitel, dann kann man sich durchaus vorstellen, dass Eli und Charles sich ziemlich gefreut haben, als sie eben diesen entwickelt haben: Everybody’s Freaky Under Natures Kingdom.

www.efunk.us
www.wolflambmusic.com