Spotify verschärft KI-Richtlinien nach Gegenreaktion – 75 Millionen Titel entfernt

Spotify hat seine Richtlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verschärft.

Musikchef Charlie Hellman stellte am 25. September eine Reihe von Änderungen vor, die sowohl die Unternehmenspolitik als auch die Benutzeroberfläche betreffen. Hintergrund sind massive Probleme mit Spam: Im vergangenen Jahr entfernte die Plattform nach eigenen Angaben 75 Millionen Titel, von denen viele KI-generiert waren.

Ein zentrales Update betrifft einen überarbeiteten Musik-Spamfilter. Dieser soll gängige KI-Indikatoren wie Massen-Uploads, Duplikate oder künstlich verkürzte Titel erkennen und verhindern, dass solche Inhalte in Playlists oder Empfehlungen auftauchen.

Ein Sprecher betonte jedoch, dass die Einführung schrittweise erfolgt, „um sicherzustellen, dass wir nicht die falschen Uploader bestrafen“. Darüber hinaus hat Spotify eine neue Integration mit dem Standard DDEX vorgestellt.

Über dieses System können alle, die Musik hochladen, offenlegen, ob und wie KI im kreativen Prozess verwendet wurde. So sollen Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der wachsenden Grauzone von KI-Produktionen erhöht werden.

Auch gegen Künstler-Imitationen will Spotify härter vorgehen. Wer sich durch ein KI- oder Fake-Projekt nachgeahmt fühlt, muss künftig ein spezielles Formular einreichen, um die Löschung eines solchen Titels zu beantragen.

Zusätzlich sollen mehr Ressourcen bereitgestellt werden, um die sogenannte Inhaltsfehlanpassung zu bekämpfen, wenn Songs ohne Genehmigung auf falschen Künstlerseiten landen.

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf Kritik an Spotifys bisher fehlenden klaren Vorgaben zu KI-Musik. Während Plattformen wie Deezer regelmäßig über ihren Umgang informieren, hielt sich Spotify lange bedeckt.

Dass KI-Künstler dennoch Erfolg haben können, zeigte die Fake-Band The Velvet Sundown, die fast eine Million Streams erreichte, bevor ihr Ursprung aufgedeckt wurde.

Kritik kommt auch von außen. In ihrem Buch Mood Machine: The Rise of Spotify And The Costs of This Perfect Playlist beschreibt Journalistin Liz Pelly, wie Spotify regelmäßig Musik sogenannter „Ghost Artists“ nutzt, um Playlists zu füllen und Lizenzkosten zu sparen. Sie spricht von „ein Komplott gegen Musiker“.

In einem aktuellen Statement von Spotify heißt es: „Dies sind die neuesten Schritte in einer Reihe von Veränderungen, die wir vornehmen werden, um ein gerechteres und vertrauenswürdigeres Musik-Ökosystem zu unterstützen – für Künstler und Songwriter, für Rechteinhaber und für Hörer.“

Quelle: Resident Advisor

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