Städtetrip – mit OHM in Kopenhagen

Der aus Island stammende und mittlerweile in Kopenhagen ansässige Produzent Bjarnar Jonsson alias OHM zählt ohne Frage zur Riege der einflussreichsten (Dub-)Techno-Künstler aus Skandinavien. So bildete er in den 90er-Jahren mit Arni Skarphedinsson, besser bekannt als Exos, ein phänomenales Duo und veröffentlicht seither Musik auf bekannten Plattformen wie Rawax, Thule Records, Kontakt sowie seinem eigenen Imprint OHM Series. In einer neuen „Städtetrip“-Edition verrät er uns einige spannende Einblicke in sein Leben in der dänischen Hauptstadt.

Bjarnar, du stammst ursprünglich aus Island. Wann und warum hast du dich entschieden, nach Kopenhagen zu ziehen?
Ich bin ungefähr mit 22 Jahren nach Kopenhagen gezogen, weil ich etwas anderes als Island ausprobieren wollte. Ich fühlte mich isoliert und wollte sehen, was die Welt sonst noch zu bieten hat. Kopenhagen fühlte sich richtig an, da ich schon einige Male dort gewesen war, bevor ich die Entscheidung traf, dauerhaft umzuziehen.

Was hat dir an der Stadt sofort gefallen?
Zuallererst das Wetter. Die Winter sind kürzer, es ist wärmer und die Luft ist feuchter – das mag ich sehr. Die Dänen sind außerdem sehr offen und hilfsbereit. Es fällt wirklich leicht, das Leben hier schnell zu schätzen zu lernen.

Und was war zunächst gewöhnungsbedürftig?
Die Sprache zu lernen. Für mich ist das natürlich etwas einfacher als für andere, da ich aus Island komme. Aber vor allem der Akzent ist wirklich schwierig – es dauert seine Zeit, bis man wie ein Einheimischer klingt.

Wo findet man dich in der Stadt – abgesehen von zu Hause und deinem Studio?
Ich liebe das Essen hier. Es gibt so viele großartige Restaurants, deshalb gehe ich sehr gern essen. Ansonsten sitze ich vielleicht mit einem Freund bei einem Bier in einer lokalen Bar. Oder ich spaziere am Wochenende einfach durch die Stadt, genieße die beeindruckende Architektur und die vielen Parks.

Hast du einen Lieblingsort in der Stadt, an dem du neue Inspirationen für Musik sammelst?
Für mich ist das überall möglich. Sich zu bewegen und einfach mitten im Leben dieser Stadt zu sein, wirkt für mich sehr inspirierend.

Drei Orte, die man unbedingt besuchen sollte, wenn man nach Kopenhagen kommt?
– Der Food Court in Refshaleøen:
ein riesiger Street-Food-Bereich mit Foodtrucks aus aller Welt, direkt am Wasser, mit Live-Musik und sandigen Tanzflächen.
– Kødbyen: zwar etwas teuer, aber dieses Viertel im Westen der Stadt ist voller hervorragender Restaurants, Bars und Clubs.
– Der Kongens Have:
ein schöner, kompakter Park, der mit vielen attraktiven Stadtteilen verbunden ist, sodass es egal ist, durch welchen Ausgang man ihn verlässt.

Der beste Club?
Ich gehe hier eigentlich kaum noch privat in Clubs, es sei denn, ich spiele selbst dort. Wenn ich jedoch mit Freunden ausgehe und eine gute Atmosphäre, günstige Drinks und gute Musik suche, dann ist es meist Jolene in Kødbyen. Dort treten regelmäßig sehr gute Artists auf, und die Anlage mit Funktion-One-Soundsystem ist stark. Ansonsten vielleicht Culture Box – dort gibt es gelegentlich ebenfalls spannende Veranstaltungen. Das Soundsystem ist gut, und das Team vor Ort leistet großartige Arbeit.

Der beste Plattenladen?
313 Vinyl Collective. Mein Freund Morten hat den Laden viele Jahre geführt. Inzwischen wird das Erbe von neuen Leuten weitergetragen.

Welche Artists aus Kopenhagen sollte man unbedingt auschecken?
– Merv:
zwei echte Dub-Legenden, die in den 90ern ein Release veröffentlicht haben, das zu einem zeitlosen Klassiker wurde, und die bis heute sehr aktiv in der Szene sind.
– Kvadrant:
mein musikalischer dänischer Zwilling und Labelchef von Kontakt Records.
– Lentza: ein Freund von mir, der in den letzten Jahren einige richtig starke Grooves produziert hat.
– Mikkel Metal:
er veröffentlicht bald ein neues Album auf dem dänischen Label Echocord, das wirklich sehr gelungen ist. Ich schätze auch viele seiner früheren Produktionen sehr

Aus dem FAZEmag 170/04.2026
www.instagram.com/ohmiceland