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Lysann, Lars und Gunnar Zander bilden die Band Stereofysh. Ein Trio mit Seltenheitswert, denn es verbindet sie mehr, etwas noch Stärkeres, als die gemeinsame Leidenschaft zur Musik. Stereofysh ist eine Familie. Auch die drei Berliner sind sich dieser Besonderheit bewusst und erleben vielleicht deshalb die gemeinsame Zeit, sei es im Studio oder auf Tour, noch ein Stück weit intensiver. Diesen Monat erscheint nun ihr zweites Album auf dem Berliner Independent-Label Lebensfreude, das große und kleine Geschichten erzählt, aber vor allem die enge Verbindung von Familie und Freunden hochhält – „Ohana“.

Der Erfolg ihres Vorgängeralbums „The Race“ brachte die Band auf große Tour. Durch Deutschland und Europa, ja sogar bis nach Amerika ging es für Lars, Gunnar und Lysann. Eine solche Reise bereits nach dem ersten Album lässt einen natürlich nicht kalt. „Es gab zahlreiche Momente, in denen wir einfach nur total erstaunt und verwundert waren über das, was wir hier erleben dürfen. Zum Beispiel als wir auf Hawaii am Strand und unter den Sternen saßen oder New York und Chicago besuchten“, erinnert sich Gunnar.

Die Band genießt jeden Augenblick und verbindet ihre Konzerte oft mit längeren Aufenthalten, ohne Hast oder dem sonst so bekannten Tour-Jetset. Diese Offenheit gegenüber der fremden Umgebung und den vielen neuen Menschen, die Stereofysh während dieser Zeit begegnen, schafft Erlebnisse, die noch lange nachwirken und gleichzeitig Stoff für das neue Album „Ohana“ liefern, da ist sich auch Lysann sicher.

„Eine der schönsten Geschichten erlebten wir auf Hawaii in einer Nacht, in der wir eigentlich mal keine Party machen wollten. Wir hatten an jenem Abend zusammen besprochen, uns lieber in den Käfig zurückzuziehen und für die Außenwelt nicht mehr ansprechbar zu sein, doch es sollte anders kommen. Gegen 5:00 Uhr morgens wurden wir von einer Partycrowd geweckt, die unbedingt unser Lied ,Igor’ hören wollte. Dazu sagten wir nicht Nein, was letztendlich einen tollen und unerwarteten Magic Moment hervorbrachte. Wir spielten also in einem klassisch hawaiianischen Wohnzimmer, mit etlichen Surfbrettern an der Wand, vor superfreundlichen Leuten, die gerade vom Love Tribe Festival kamen und jetzt wie kleine Kinder vor uns saßen. Das hat wirklich Spaß gemacht und hatte eine schöne Energie!“

Neben all den positiven Eindrücken gab es jedoch auch innerhalb der Band Herausforderungen zu meistern. „Als Geschwister haben wir in unserer Kindheit natürlich sehr viel miteinander abgehangen. Dann wurden wir älter, zogen nach Berlin und jeder ging auch mal seinen eigenen Weg, entwickelte sich weiter, probierte sich aus. Auf Tour waren wir nun wieder die ganze Zeit zusammen, das war schon sehr spannend. Und trotzdem – ich habe das als riesiges Geschenk empfunden. Diese spezielle und schöne Zeit kann uns keiner mehr nehmen.“

Zum neuen Album „Ohana“ wird es nun nicht nur CDs geben, sondern auch Vinyl-Pressungen und Videos zu einzelnen Titeln. Ermöglicht haben sich Stereofysh diese kostspieligen Vorhaben durch erfolgreiches Crowdfunding. Gunnar hatte hier jedoch seine Zweifel: „Wir hatten das zuvor noch nie gemacht, ich konnte die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs überhaupt nicht einschätzen und die Leute, die sonst solche Kampagnen fahren, sind immer so engagiert in den sozialen Medien, um Leute zu erreichen.“ Letztendlich lief die Sache für die Band so gut, dass sie nicht – wie zuvor geplant – ein professionelles Video drehen, sondern drei. „In diesen Videos wird das Thema ,Ohana’, das in den letzten Jahren für uns so wichtig geworden ist, noch mal richtig zur Geltung kommen. Wir sind uns sicher, auch die Leute werden das fühlen!“

Aus dem FAZEmag 064/06.2017