
Auf dem Berliner RAW-Gelände spitzt sich die Lage zu, wie die Berliner Morgenpost berichtet. So soll der Eigentümer eines Großteils des Areals in Friedrichshain-Kreuzberg laut Grünen und Linkspartei bei vier Clubs den Stecker gezogen haben.
Laut des Berichts der Berliner Morgenpost betrifft dies die Clubs Cassiopeia, Weißer Hase, Crack Bellmer und die Bar Zum schmutzigen Hobby. Nach Angaben der Parteien wurde die Einstellung des Betriebs zum 22. Januar angeordnet.
Hintergrund ist ein seit über zehn Jahren laufendes Verfahren um eine Baugenehmigung. Haupteigentümer ist die Kurth-Gruppe. Um das Bezirksamt und die Bezirksverordneten milde zu stimmen, akzeptierte diese die Forderung, rund 70 Kultureinrichtungen auf dem Areal zu erhalten.
Werkstätten, Kursräume, Gastronomie und Clubs zahlen minimalste Mieten, was für das Unternehmen ein Minusgeschäft bedeutet. Im Gegenzug stellte die Kurth-Gruppe in Aussicht, Kulturprojekte und -betriebe für 30 Jahre zu Mikro-Mieten zu belassen.
Zugleich plant sie seit 2025 nicht nur mehr Gewerbe und Büros, sondern auch 20 Prozent Wohnfläche. Das erfordert eine Umplanung, da Wohnen weder im Aufstellungsbeschluss von 2019 noch im Masterplan vorgesehen ist.
Für Wohnnutzung wären neue Durchwegungen nötig und die Frage, ob Club-Lautstärken für Anwohner verträglich sind. Laut Resolution hätten die Eigentümer zuletzt nur noch kurzfristige Mietverträge geschlossen, ab Jahresanfang sogar nur Duldungen erteilt.
Ohne neue Verträge drohe den Betrieben die Insolvenz. „Wir fordern“, so Grüne und Linkspartei, „langfristige Mietverträge, um den Betreiberinnen und Mitarbeiterinnen Sicherheit zu geben und Investitionen zu ermöglichen.“ Clubs „in Geiselhaft“ zu nehmen, sei nicht nur unlauter, es entziehe der Zusammenarbeit zwischen Eigentümer, Bezirksamt und BVV „jegliche Grundlage.“
Gefordert wird ein Generalmietvertrag für das sogenannte „Soziokulturelle L“ vor Ablauf einer vom Eigentümer gesetzten Frist Ende März. Die Resolution endet mit der Ansage: „Ohne diese Clubs wird es mit dieser BVV keinen Bebauungsplan für das RAW geben.“
Quelle: Berliner Morgenpost
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