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Studie untersucht psychische Erkrankungen unter Musikern


Psychische Erkrankungen waren in der Musikszene lange Zeit kein Thema, doch das ändert sich jetzt. Da alleine in diesem Jahr Benga, Avicii, Kid Cudi, Moby und Ben Pearce öffentlich darüber berichteten, mit psychischen Erkrankungen Probleme zu haben oder hatten, hat eine Studie das Phänomen jetzt genauer untersucht.
Die Studie mit dem Namen „Can Music Make You Sick?“ untersuchte im Auftrag der University of Manchester die Auswirkungen des Musikerlebens auf die Psyche des Menschen. Insgesamt nahmen über 2200 Personen zwischen 18 und 35 teil. Damit ist die Umfrage die größte, die sich jemals mit diesem Thema befasst hat. Nachdem die Studie ausgewertet wurde, kam heraus, dass 71 Prozent der teilnehmenden Musiker davon ausgehen, dass sie schon einmal Panikattacken oder Angstzustände erlebt haben. Immerhin noch 65 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass sie schon mindestens einmal in ihre Berufsleben an Depressionen gelitten haben. Das würde bedeuten, dass es unter Berufsmusikern etwa dreimal häufiger ist an psychischen Krankheiten zu leiden als in anderen Berufsfeldern.

Es gibt viele Gründe, warum psychische Erkrankungen auftreten können, aber in der Umfrage waren die meist genannten Gründe die schlechten Arbeitsbedingungen, Schwierigkeiten das eigene Leben zu finanzieren, unsoziale Arbeitsstunden, Erschöpfung und die Unfähigkeit, seine Zeit genau einzuplanen. Der Geschäftsführer von Help Musicians UK, Richard Robinson, äußerte sich wenig überrascht von dem Ergebnis, hofft allerdings, dass die Studie ein Schritt in die richtige Richtung ist, um Musikern in Zukunft besser helfen zu können. Dabei baut er auch auf die zweite Stufe der Umfrage, in der es darum geht, einen psychischen Gesundheitsdienst für Musiker aufzubauen. Momentan wird die zweite Phase der Umfrage durchgeführt und soll schon im Frühjahr 2017 veröffentlicht werden. Es wurde ebenfalls eine Gruppe gegründet, die sich mit Hilfeleistungen für erkrankte Musiker auseinander setzt.

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