
Eine neue Mini-Doku der Hessenschau widmet sich dem „Sound of Frankfurt“ und zeichnet den Aufstieg der elektronischen Musik am Main nach.
Der siebenminütige Beitrag mit dem Titel „Der Anfang der elektronischen Musik in Frankfurt“ ist Teil einer hr-Reihe zum 80. Geburtstag des Landes Hessen und steht auf YouTube zur Verfügung. Im Zentrum steht Talla 2XLC, der als prägende Figur der Szene gilt.
Gleich zu Beginn erklärt er: „Ich habe 1982 das Wort Techno von Technologie abgeleitet“. Ursprünglich als Ordnungssystem in einem Plattenladen gedacht, entwickelte sich der Begriff zu einer Grundlage für eine ganze Bewegung.
Am 2. Dezember 1984 gründete Talla 2XLC im Frankfurter Club No Name den „Technoclub“. Mehr als 300 Besucher kamen allein durch Mundpropaganda. Kurz darauf legte er im Dorian Gray am Frankfurter Flughafen auf, wo aufgrund der Lage auch nach der Sperrstunde gefeiert werden konnte.
Wafa Tomalla erinnert sich in der Doku an die besondere Dynamik jener Zeit. Wer den neuen Sound erleben wollte, reiste in Gruppen nach Frankfurt, oft ohne konkretes Ziel, aber mit der Erwartung, dort prägende Nächte zu erleben.
Auch Alex Azary kommt zu Wort und beschreibt Techno als Ergebnis internationaler Entwicklungen, bei denen Frankfurt eine zentrale Rolle spielte. In den Hochzeiten feierten Zehntausende jedes Wochenende in Clubs wie dem Omen oder dem Dorian Gray.
Mit der Zeit verlor Frankfurt jedoch seine Stellung als Zentrum der Szene. Ein Grund waren begrenzte räumliche Möglichkeiten, während Berlin nach dem Mauerfall mit leerstehenden Industriehallen neue Freiräume bot.
Das Omen schloss 1998, das Dorian Gray Ende 2000. Die Doku versteht sich als Rückblick auf eine Phase, in der Frankfurt die globale elektronische Musik maßgeblich prägte. Auch wenn die prägenden Clubs längst verschwunden sind, bleibt der Einfluss des „Sound of Frankfurt“ bis heute bestehen.
Quelle: Loop Rituals
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