
Das Dresdner „objekt klein a“, kurz OKA, zählt zu den bekanntesten Technoclubs der Stadt und steht aktuell wirtschaftlich unter starkem Druck.
Geschäftsführerin Josefine Went beschreibt die Lage offen: „Wir können nicht jeden Monat die Löhne pünktlich zahlen.“ Steigende Kosten treffen den Club spürbar. Went führt das OKA gemeinsam mit Felix Buchta.
Rund 65 Menschen sind dort beschäftigt. Neben hohen Mieten und Betriebskosten belastet auch der steigende Mindestlohn den Clubbetrieb. „Es ist echt ein sehr krasses Auf und Ab“, sagt Went. Zwar gehe man solide aus 2025, doch die Sorge vor 2026 bleibe groß.
Die Situation ist kein Einzelfall. Buchta, auch Vorstand der Live Initiative Sachsen, erklärt: „Die Situation der sächsischen Clubs und Livemusikspielstätten ist weiterhin extrem prekär und für viele existenzbedrohend.“
Energiepreise, Gagen und Löhne seien seit der Pandemie deutlich gestiegen. Viele Clubs arbeiteten laut Buchta am Rand der Rentabilität und überlebten nur durch Solidarität in der Szene und persönliche Ausbeutung.
Rücklagen gebe es kaum noch. Im September forderte die Linksfraktion im sächsischen Landtag deshalb einen Schutzschirm für Clubs und Livemusikbühnen. Zusätzlich habe sich das Ausgehverhalten verändert.
Alex Pagel vom Büro für Popkultur und Musik Sachsen sagt: „Junge Generationen haben schlichtweg ein Stück weit verlernt, in den Club zu gehen.“ Geringerer Zuspruch führe zu vorsichtiger Programmplanung und erschwere Nachwuchsförderung.
Trotz aller Probleme setzt das OKA auf Vielseitigkeit. Seit der Eröffnung 2017 stieg die Zahl der Veranstaltungen deutlich, zudem werden die Räume für Feiern vermietet. Nach einem Brand startete der Club vor zweieinhalb Jahren bereits einen Hilferuf – und kämpft weiterhin ums Überleben.
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Quelle: T-Online
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