Techno-Festival in Kassel mit Extrawelt behördlich untersagt

Einen Tag vor Beginn des mehrtägigen Festivals haben die Veranstalter eines beliebten Events für elektronische Musik in Kassel ein Statement veröffentlicht, in dem sie mitteilen, dass das ANDEREWELT in diesem Jahr aufgrund eines behördlichen Bescheids nicht stattfinden kann. Auf dem Festival hätten unter anderem Extrawelt und Anja Schneider spielen sollen.

Eine bittere Enttäuschung – nicht nur für die Besucher des ANDEREWELT, die sich die Anreise nun sparen können: Das Festival darf nicht durchgeführt werden. Noch kurz zuvor hatten die Veranstalter ein Update mit dem Festivalplan gepostet – inklusive Camping, Duschen, Sauna und Pool, Obstgarten, Kiosk, Open-Air-Kino, Food Court und vielem mehr. Das Event sollte Natur und Kultur miteinander verbinden.

Unmittelbar vor der Absage veröffentlichten die Veranstalter den Festivalplan auf Instagram:

Der Clou: Das Festival sollte innerhalb eines Naturschutzgebiets stattfinden – auf der Fulda-Halbinsel im Norden von Kassel. Daraus wird jedoch nichts. Bereits Ende Juni hatte die Stadt die Genehmigung abgelehnt. Der Grund: naturschutzrechtliche Bedenken.

Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtet, legte der Veranstalter – der Verein Kultur am Kragenhof – zunächst Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein, anschließend beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof – jedoch ohne Erfolg, wie man einen Tag vor dem geplanten Start zerknirscht mitteilt.

Zwei Gerichte haben den Eilantrag des Vereins abgelehnt. Man habe umfangreiche Schutzmaßnahmen geplant, um Natur und Kultur „in Einklang zu bringen“. Außerdem habe man „die beste juristische Vertretung“ an seiner Seite gehabt. Bis zuletzt habe man an dem „gesellschaftlichen Wert“ des Projekts festgehalten.

Das Urteil der Gerichte trifft nicht nur die Veranstalter, sondern auch „eine Vision“ und „die Gemeinschaft“. Zum Abschluss bat man die Community darum, dem Projekt treu zu bleiben, und gab ein Versprechen ab – obwohl man „selbst noch nicht genau“ wisse, was kommen werde. ANDEREWELT sei kein fester Ort – man „werde weiterbauen“.

Der Verwaltungsgerichtshof begründete das Verbot unter anderem mit dem unzulässigen Aufenthalt von Festival-Mitarbeitern und Besuchern in „sensiblen Schutzbereichen“.

Im Line-up standen neben Extrawelt mit einem Live-Set auch Anja Schneider und Überkikz. In den vergangenen Jahren, in denen das Festival zwischen 2021 und 2024 stattfand, spielten dort bekannte Acts wie Einmusik, FJAAK, Gerd Janson, Karla Blum, Dominik Eulberg oder Kid Simius.

Dieses Line-up war für das abgesagte Festival geplant:

Quellen: Instagram-Seite des ANDERWELT, Website des Festivals, HNA

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