Techno-Ikone malt Szene-Schreckensszenario

Techno-Ikone malt Szene-Schreckensszenario

Funk D’Void spricht offen über den Wandel der Szene und darüber, wie diese durch viele neue Acts zunehmend eine selektive Haltung gegenüber der älteren Generation einnimmt.

Laut Funk D’Void kämpfen jüngere Künstler:innen zunehmend darum, an Gigs zu kommen, da große Teile der heutigen Techno- und Clubkultur weniger auf musikalische Qualität als vielmehr auf Sichtbarkeit, Image, Social-Media-Präsenz oder Szene-Status setzen. Dies verdeutlicht, wie irrelevant Erfahrung und Historie geworden sind. Es geht zunehmend um Aufstieg statt um nachhaltige Relevanz.

Obwohl dieses Ungleichgewicht in der Szene weithin bekannt ist, wird es aus Angst vor Gegenwind und dem Verlust weiterer Bookings kaum offen thematisiert. Viele bleiben still, da sie ihrem Ruf und ihrer Karriere nicht schaden wollen. Gleichzeitig muss betont werden, dass dies keineswegs bedeutet, dass jede:r neue DJ oder Produzent:in eine solche selektive Haltung einnimmt. Dennoch kann dieses Verhalten in der Summe negative Eindrücke auf die Szene werfen. So entsteht für viele ein verzerrtes Bild – eines, das zeigt, man müsse „jemand sein“, um überhaupt etwas erreichen zu können.

Während musikfokussierte Communities zunehmend verdrängt werden, warnen Stimmen aus der Szene: Setzt sich diese Entwicklung fort, droht der Clubkultur laut Funk D’Void ein schleichender Verlust an Lebendigkeit, Tiefe und künstlerischer Relevanz.

Nun stellt sich die Frage, wie sich die Szene durch die neue Generation weiterentwickeln wird: Wird sie tatsächlich selektiver und – wie Funk D’Void es beschreibt – narzisstischer, oder bringt sie doch eine progressive, offenere Haltung mit sich?

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