Techno-Szene: Thomas Schumacher will Aufklärung und klare Grenzen

Techno-Szene: Thomas Schumacher will Aufklärung und klare Grenzen

In einer Welt, in der die aktuelle elektronische Szene von Skandalen und Debatten rund um Sicherheit, Missbrauch, Authentizität und Sell-Out durchtränkt scheint, liefern Zitate von Anna Reusch aktuell erneut Anlass zur Diskussion.

Entgegen vieler Aussagen und Beobachtungen weiblicher Kolleginnen, wird Reusch aus einem Podcast-Gespräch heraus u. a. mit folgender Aussage zitiert: „Ich bin schon so oft im Stockdunklen aus einem Club rausgegangen oder kam von einer Veranstaltung und mich hat noch nie jemand dumm angemacht.“

Desweiteren wird sie zitiert, sie habe bei Techno-Festivals noch nie Angst gehabt oder sich unwohl gefühlt. Es sein „Aushängeschuld“ der Szene und der Kultur, dass respektvoller Umgang miteinander das „höchste Gut“ sei.

Nun ist uns völlig bewusst, dass solche Überschriften und Zitate immer nur im Kontext der gesamten Aussage oder vielleicht sogar der gesamten Podcast-Folge betrachtet werden sollten. Auf Plattformen wie Instagram geschieht dies natürlich kaum.

So stößt die Produzentin und DJ also auch hier nicht nur auf Zuspruch, sondern auch auf kritische Töne und Gegenwind. Während wir uns damit gar nicht näher befassen möchten, ist es umso spannender, dass Thomas Schumacher eine ausführliche Antwort parat hat.

Dieser meldete sich in den Kommentarspalten nämlich selbst zu Wort und nutzte die Gelegenheit, den Stand des Techno neutral zu reflektieren. Nicht pathetisch, nicht gegen Anna Reusch gerichtet, sondern als Leitgedanken für die Zukunft.

„Früher ging es oft um Gemeinschaft, das Entdecken und Mitgestalten der Kultur. Heute haben viele eben diesen Einstieg über Social-Media-Ästhetik, was weniger an gelebte Werte gekoppelt ist. Ich denke da entsteht ein Spannungsfeld“, so Schumacher.

„Man kann die Äußerlichkeiten kopieren aber die inneren Werte wie Respekt, Schutz, kollektive Verantwortung muss man bewusst vermitteln. Das heißt nicht das alle das absichtlich ignorieren, aber es zeigt, wie wichtig es ist diese Werte auch für die neuen Generationen wieder klarzumachen.“

Für die Zukunft forderte er bildendes Miteinander. „Vielleicht braucht es da mehr aktive Aufklärung, Mentoring und auch klare Grenzen damit wieder alle verstehen worauf diese Kultur eigentlich baut.“

 

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