Techno- und Minimal-Koryphäe Jay Haze verstorben

Die Techno- und Minimal-Koryphäe Jay Haze ist tot. Das teilte Marc Schneider in einem Post via Instagram mit.

Der US-amerikanische Produzent, DJ und Labelbetreiber galt als einer der prägenden Köpfe des Minimal- und Techno-Undergrounds der 2000er-Jahre.

Aufgewachsen in Philadelphia zog es Haze Anfang der 2000er nach Berlin – eine Stadt, die er zu seiner künstlerischen Heimat machte. Dort gründete er die Labels TuningSpork und Contexterrior, die sich schnell zu wichtigen Plattformen für experimentelle House- und Techno-Entwürfe entwickelten.

Als DJ war Jay Haze weltweit gefragt. Regelmäßig spielte er im Watergate in Berlin, hielt eine Residency im Fabric in London und tourte durch Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Seine Sets waren bekannt für unkonventionelle Dramaturgien und einen Mut zum Risiko.

Auch im Studio hinterließ er deutliche Spuren: Unter zahlreichen Pseudonymen – etwa Fuckpony (u. a. Releases auf BPitch, Get Physical und Cocoon) oder Sub Version (Soul Jazz) – veröffentlichte er Musik auf Dutzenden Labels. Kollaborationen mit Ricardo Villalobos und Samim gehören ebenso zu seinem Werk wie Remixe für Größen von DJ Hell & P. Diddy bis Gui Boratto. Selbst das weltbekannte Amélie-Thema von Yann Tiersen verwandelte Haze in einen Clubhit.

Seine Diskografie reicht vom Debütalbum „Love for a Strange World“ (2005, Kitty-Yo) über „Love & Beyond“ (2008, TuningSpork) bis hin zur gefeierten Mix-Compilation „Fabric 47“ (2009). Musikalisch überschritt er dabei stets Grenzen und integrierte Pop-, Hip-Hop- oder Dubstep-Elemente.

Neben der Musik engagierte sich Haze auch sozial. Mit der Initiative “DJs for DRC” sammelte er Spenden für Opfer des Bürgerkriegs im Kongo und spendete sämtliche Einnahmen seiner Fabric-Compilation an die Hilfsorganisation Merlin.

Lest hier den Post von Marc Schneider: