Teilnehmer illegaler Raves droht 3000-Euro-Strafe

Teilnehmer illegaler Raves droht 3000-Euro-Strafe

In Marseille könnten Teilnehmer illegaler Raves künftig mit Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro belegt werden. Grundlage ist ein neuer Gesetzesentwurf, der nach einer Veranstaltung mit rund 300 Besuchern am Stadtrand der südfranzösischen Stadt eingebracht wurde.

Der Vorschlag sieht vor, dass Organisatoren nicht genehmigter Partys mit mehr als 250 Teilnehmern mit bis zu sechs Monaten Haft und Geldstrafen von bis zu 30.000 Euro bestraft werden (FAZEmag berichtete).

Auch Teilnehmer sollen belangt werden, mit 1.500 Euro beim ersten Verstoß und 3.000 Euro im Wiederholungsfall. Befürworter im Parlament begründen die geplanten Maßnahmen mit Umweltbelastungen, Sicherheitsrisiken und fehlenden Genehmigungen bei unkontrollierten Veranstaltungen in Südfrankreich.

Die neuen Regeln sollen diese Probleme gezielt eindämmen. Auslöser der Debatte war eine kostenlose Veranstaltung am 26. April, die von den Organisatoren als „letzte Rave-Party“ angekündigt wurde.

Mehr als 300 Menschen nahmen daran teil, offenbar als Reaktion auf die drohenden gesetzlichen Verschärfungen. Ein Organisator erklärte gegenüber France 24: „Ich habe es ‚die letzte Rave-Party‘ genannt, weil es mir Angst macht, dass ich sechs Monate im Gefängnis verbringen könnte, nur weil ich eine Party für 300 Leute organisiere“.

Er betonte zudem: „Wir versuchen, etwas wirklich Inklusives und Sicheres für alle zu entwickeln“ und verwies darauf, dass „die queere Community in Marseille keine Orte zum Feiern hat“.

Kritik kommt aus der Szene selbst. Der Verband Technopol bezeichnete den Entwurf als „autoritär“. Die Freiparty-Community Techno+ veröffentlichte einen offenen Brief und rief zur „Ablehnung jeglicher Gesetzgebung“ auf.

Darin heißt es: „Diese Orte der Feier und der Freiheit sind eine menschliche, uralte und legitime Reaktion“. Weiter argumentieren die Verfasser: „Die Menschen, die sich dort versammeln, haben eine Musikanlage, einen Raum und die Überzeugung, dass Freiheit nicht beansprucht, sondern gelebt wird.“

Quelle: Mixmag

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