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Drei Jahre dauerten die Aufnahmen zu Marc Euvries drittem Solo-Album „Anti“, das, wie der Titel schon sagt, als ein Art düsteres Gegenstück zum vorhergegangenen Album „Acoustic“ zu verstehen ist. Dunkler und melancholischer als alles was Euvrie zuvor komponierte. Eine mystische Stimmung, die theatralisch, eine Geschichte des Untergangs erzählt, zieht sich von Vorne bis Hinten durch das Album. Angefangen mit „A Perfect World“, welches mit einem Crescendo an Störgeräuschen und Disharmonien anfängt und in einem Piano Interludium endet: ein Kontrast wie Chaos und Ordnung, Harmonie und Disharmonie, zusammen gefasst in dem Titel „Eine perfekte Welt“, was mit einem zynischen Unterton zu verstehen ist. Zum Schluss endet das ganze wieder in den anfänglichen Störgeräuschen, wie ein sich schließender Kreislauf. Drauf folgen zwei Stücke, die geprägt sind von cineastischen Melodien, klassische Sounds und Orgel Parts. Tiefschwarz und beklemmend. Dann Anti, der Titel Song auf welchen das gesamte Album hin arbeitet, bringt die Vollendung der vorhergegangenen Spannungen, wie eine letzte Auflehnung von Hoffnung und Verzweiflung, wie eine Art Endkampf der Widersprüche. Klassik trifft auf Synthesizer Samples, dazu ein fortschreitender Beat, der das Gefühl des näher rückenden, unaufhaltsamen Untergangs simuliert. Mit „Embrace The Truth“ nimmt das Album ein stilvolles Ende, wie eine Art Erlösung wirkt es, wie die Stille nach dem Sturm, die aber immer noch genug Spannung und Melancholie mit sich bringt. Wie sein Künstler Name schon sagt scheint es so, als wolle Marc Euvrie wie ein Auge über der Zeit stehen und diese analysieren und anschließend in Musik und Sound übersetzten. Dies ist ihm mit dieser LP auf eine eindrucksvolle, realistisch pessimistische Art gelungen. 9/10 M.