Ihren Hang zu elektronischen Vollsongs beweisen die Kölner Kompakt-Jungs und -Mädchen auch mit dieser epischen Platte der Rice Twins. Auf “Can I Say” dominiert ein in Delay-Netzen verstricktes Piano, das mich irgendwie seltsam an eine Kindersendung der 80er Jahre in der ARD erinnert. Ich will aber gar nicht ausschließen, mich in diesem Punkt zu täuschen. “Goatee” auf Seite B (was übrigens nichts mit bevorzugten Getränken seltsam neonbunt angemalter Waldhüpfer zu tun hat) nimmt sich ebenso die Zeit, einen kolossalen Track aufzubauen, der vollkommen in Seifenschaum eingelullt seine Wege durch flirrende, leicht metallische Melodien und verschachtelte Pianosequenzen geht, dem momentan immer größer werdenden Neotrance-Trend die lange Nase zeigt und seinen ganz eigenen Film fährt, dem man durchaus den Preis für das beste Drehbuch verleihen könnte. Und wenn die Preisträger dann noch behaupten, sie hätten gar keine Rede vorbereitet, dann glaubt man es ihnen sogar. (5/6) Sanomat